Bis sie wegfällt

Bis sie wegfällt
Bewusstheit ist das, was du bist.

Man könnte sagen, du bist sehr viel weniger, als
du zu sein glaubst, aber auch sehr viel mehr.

Du bist weniger als eine Person, aber eben auch
viel mehr als eine Person, nämlich Bewusstheit
an sich.

Du bist das Licht, in dem all das hier erscheint.

Aber das wird solange nicht gesehen, bis es
gesehen wird.

Was dieses Sehen verhindert, ist das Gefühl,
eine gesonderte Person zu sein.

Die wirkt so ungemein wirklich.

Bis sie wegfällt.

Ich bin nicht darauf aus

Ich bin nicht darauf aus
Ich bin nicht darauf aus, Wahrheiten zu verbreiten.

Ich möchte einfach etwas beschreiben, das ist
alles.

Mit der Wahrheit ist das so eine Sache.

Es gibt sie in vielen Fassungen.

Über wessen Fassung wollen wir uns unterhalten?

Wenn du sagst, das Eine habe dich hergebracht,
damit du etwas über dein wahres Wesen erfährst,
musst du ein bisschen vorsichtig sein.

Du fängst dann nämlich an, eine Geschichte von
Sinn und Zweck zu spinnen.

“Das Leben hat mich genau hierher geführt, damit
mir etwas klar wird, und das ist sehr wichtig.“

Nein, es ist ohne Bedeutung.

Es ist dasselbe, wie morgens aus Schlaf und
Traum aufzuwachen.

Du siehst dann, dass der Traum der Nacht, der
so lebensecht und wichtig schien, solange er
lief, vollkommen bedeutungslos ist.

Ich spiele eine Rolle

Ich spiele eine Rolle
Ich spiele eine Rolle, und alle anderen tun
das auch.

Schlafen

Schlafen
Ohne Schlaf würden wir durchdrehen.

Wir müssen schlafen.

Wenn wir einschlafen, gehen wir nach Hause.

Die Person wird kaltgestellt.

Wenn du vierundzwanzig Stunden am Tag Person
sein müsstest, wärst du nach einer Woche reif für
die Klapsmühle.

Mit Schlafentzug kann man sehr schnell
Psychosen auslösen.

Ungefähr fünf Tage dauert das.

Es wird gern als Folter angewandt.

Wir brauchen diese Ruhigstellung.

Niemand erträgt es, rund um die Uhr Person zu
sein.

Wir brauchen mindestens acht Stunden am Tag,
in denen wir nicht Person sind.

Die blosse Andeutung

Die blosse Andeutung

Die blosse Andeutung, dass es so etwas wie eine
Person nicht gibt, ist das Schlimmste, was du den
meisten von uns antun kannst, schlimmer als eine
Stellungnahme gegen unsere Religion, denn die
Person wird ja als noch grundlegender empfunden

Manche werden sich über so etwas sehr aufregen.

Aber die meisten interessiert es einfach nicht.

Das ist ja leicht zu sehen, wenn du auf die Strasse
gehst.

Im Allgemeinen interessieren wir uns für andere
Sachen, einen Hut kaufen oder die Erde retten.

Intelligenz

Intelligenz

Es gibt ganz offensichtlich Intelligenz, aber wo
kommt sie her?

Es ist ein Mysterium, ein Wunder.

Gedanken treten aus dem Nichts hervor.

Aber das Gefühl der Wahlfreiheit wird wohl da
sein, solange eine Person existiert.

Die meisten werden sich dem Gedanken, dass
keine Entscheidungsfreiheit besteht, einfach
verweigern.

Bei der blossen Andeutung werden wir schon
ärgerlich, denn ohne Wahlfreiheit – was bliebe
da von unserem Personsein noch übrig?

Experimente

Experimente
Es gibt übrigens neuere wissenschaftliche
Experimente, die ebenfalls darauf hindeuten,
dass der freie Wille Illusion ist.

Etwa eine Drittelsekunde vor der bewussten
Intention, etwas Bestimmtes zu tun, werden
die Gehirnareale aktiviert, die für diese Aktion
zuständig sind.

Also, eine Drittelsekunde vor deinem Gedanken
„Ich werde jetzt hier links abbiegen“ hat dein
Gehirn diese Aktion bereits in die Wege geleitet.

Dein bewusster Gedanke kommt erst danach.

Kaum auszudenken, was daraus folgt, aber all
das wird gern übersehen, weil es einfach nicht
zu unseren Denkgewohnheiten über das Wesen
der Person passt.

Depressionen

Depressionen

Ich bin durch Depressionen gegangen, und da
war sehr deutlich zu sehen, dass alles unwirklich
ist und es auf überhaupt nichts ankommt.

Zurücklehnen

Du kannst dich also zurücklehnen, es gibt sowieso
nichts, was du tun kannst.

Da kannst du es auch gleich aufgeben.

Du bist vollkommen hilflos.

Alle Entscheidungsmöglichkeiten sind reine
Einbildung.

Aber im Aufgeben und Loslassen könnte es sein,
dass Freiheit gesehen wird.

Was wir auch tun mögen

Was wir auch tun mögen

Was wir auch tun mögen, wir werden dieses
Trennungsgefühl nie los; das Problem besteht,
solange eine Person da ist.

Die Person ist eigentlich das Problem.

Therapie und Meditation sind wunderbar und
werden deine Gefängniszelle vermutlich kom-
fortabler machen.

Aber sie holen dich nicht aus dem Gefängnis
heraus, denn du bist das Gefängnis.

Die Person kann unmöglich aus dem Gefängnis
herauskommen, eben weil das Gefängnis aus
diesem Gefühl besteht, dass da eine gesonderte
Person existiert.

Das hält uns davon ab, Dies als das Paradies zu
erkennen.

Fällt die Person weg, wird im selben Augenblick
gesehen, dass es nie ein Gefängnis gegeben hat
und dass Dies schon immer das Paradies war.

Wir haben das Paradies nie verlassen.

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