Gibt es so etwas wie Liebe?

Ich habe mit einem Dialog mit mir selbst
angefangen.

Ich habe mich gefragt, was diese merkwürdige
Sache ist, die Liebe heisst; alle sprechen davon,
viele schreiben darüber – all die romantischen
Gedichte, die Bilder, der Sex und alles, was zur
Liebe gehört.

Ich frage: „Gibt es so etwas wie Liebe?“

Ich stelle fest, dass sie nicht existiert, wenn es
Eifersucht, Hass, Angst gibt.

Also kümmere ich mich nicht mehr um Liebe;
ich kümmere mich um das, was ist: meine Angst,
meine Bindung.

Warum halte ich fest?

Ich erkenne, dass einer der Gründe – ich sage
nicht, dass dies der einzige oder ganze Grund
ist – darin besteht, dass ich verzweifelt einsam
bin, isoliert.

Je älter ich werde, desto isolierter werde ich.

Das beobachte ich also.

Es bedeutet eine Herausforderung, das heraus-
zufinden, und weil es eine Herausforderung dar-
stellt, steht alle Energie zur Verfügung, um dar-
auf zu reagieren.

Das ist einfach.

Wenn sich irgendwo eine Katastrophe ereignet,
ein Unglück oder sonst etwas und ich die Energie
habe, darauf zu reagieren, muss ich nicht fragen:
„Wie bekomme ich die nötige Energie?“

Wenn das Haus brennt, habe ich die Energie,
etwas zu unternehmen, ich habe ungewöhnlich
viel Energie, etwas zu unternehmen.

Ich lehne mich nicht zurück und sage: „So, jetzt
muss ich erst einmal die Energie bekommen.“

Und ich warte nicht einfach ab, weil sonst das
gesamte Haus niedergebrannt sein wird.

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