Was ist nun
Was ist nun dieses Ich, wenn wir es seines
Namens, seiner Eigenschaften und materiellen
Güter entkleiden?
Bleibt denn überhaupt noch etwas von ihm
übrig, wenn es solchermassen blossgestellt
wird?
Die Furcht, ein Nichts zu sein, treibt das Ich zu
rastlosem Sterben, und doch ist es in Wahrheit
ein Nichts, eine gähnende Leere. Wenn wir
imstande sind, diese Leere zu ertragen und
im Schatten ihrer Einsamkeit zu leben, dann
tritt eine grundlegende innere Umwandlung
ein, die aller Furcht ein Ende macht.
Voraussetzung hierzu ist das innere Erleben
dieses Nichts – das aber solange nicht
eintreten kann, wie es ein erlebendes Ich gibt.
Wenn wir nämlich den Wunsch hegen, das
Nichts, die Leere in uns zu erleben, um sie
zu überwinden und darüber hinauszuwachen,
dann kann es nicht zu diesem Erleben
kommen; denn das Ich als „Für-sich-seiendes“
besteht ja weiter.
Sobald das Ich an einem Erleben beteiligt ist,
hat der Zustand reinen Erlebens ein Ende.
Nur wenn wir das, was ist, erleben, ohne ihm
einen Namen zu geben, wird uns die Freiheit
von dem, was ist, zuteilt werden.
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