Denken ist der Widerstand gegen das Fühlen
Alle Probleme und Krisen, die im späteren Leben auftauchen, wie Selbstablehnung, Trennungen oder Abhängigkeiten in unseren Beziehungen, Erfolglosigkeit und Unzufriedenheit im Beruf haben hier ihren Ursprung: im Schock oder Schmerz der Trennung des Kleinkindes und dessen Versuch der Bewältigung durch Abwehr. Abgewehrt wird der Schmerz durch den Versuch einer Erklärung. An dieser Stelle kreieren wir uns unsere Überzeugungen und Vorstellungen. Sie sind also der Versuch die schockartige Erfahrung der Trennung zu bewältigen und damit fertig zu werden. Überzeugungen sind somit immer rationale Erklärungsversuche des Verstandes, die ein schmerzhaftes Gefühl abwehren.
Hier wird verständlich, weshalb wir Menschen die Grundüberzeugung teilen, dass wir von den anderen getrennte Wesen sind. Die Grundüberzeugung und das Grundlebensgefühl der Menschen ist das der Trennung. Überzeugungen sind dazu da, Schmerz zu vermeiden und uns eine sinnvolle Antwort/ Erklärung auf die Erfahrung der Trennung zu geben. Je nachdem, wie schwer das Trauma der Geburt für das Kind ist und wie viel Nähe und emotionale Bindung das Kind in seinen Entwicklungsphasen erhält, werden die rationalen Überzeugungen ausfallen.
Beispiel: „Ich bin nicht gut genug“, Ich bin es nicht wert geliebt zu werden“ „Ich bin unfähig“, „mit mir stimmt etwas nicht“, „das Leben ist ein Kampf“ „Immer bin ich allein“.
Dadurch, dass die Überzeugungen unseren Schmerz erklären, geben sie uns eine vermeintliche Sicherheit. Die Sicherheit unser Leben und unsere Beziehungen zu bewältigen. Sie sollen helfen, uns vor weiterem Trennungsschmerz und der Erfahrung der Ohnmacht und Abhängigkeit zu schützen.
Erschienen im „Wegweiser“




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