It is not from neon

Denken wird zum Film
Von Zeit zu Zeit frage ich mich, ob manche Menschen erst dann sich
überaus wohl fühlen, wenn das Gegenüber zu Boden fällt und sich
nicht mehr aufrichten kann.

Ich bin der Überzeugung, dass solche Ereignisse sich zutragen,
wenn sich Gefühle in einem ansammeln. Mit anderen Worten,
wenn im Denken, zum Beispiel Verlustangst, Eifersucht oder
Isolation immer wieder auftaucht. Dann wird einen Schuldigen oder
einen Täter gesucht, damit man die Verantwortung für seine eigene
Gedanken nicht übernehmen muss oder kann. Gedanken spielen sich
dann wie eine dramatische Liebesgeschichte ab. Die Realität sieht aber
ganz anders aus, als die tragische Liebesgeschichte, welche man sich
selber ausmalt.

Diese Sehnsucht muss enorm gross sein, dass man seine gedachte
- nicht reelle - Liebesgeschichte verwirklichen muss, indem man vieles
zerstört. Es wäre von Vorteil die Augen zu öffnen und zu sehen, dass
gar nichts, überhaupt nichts von all dem vorhanden ist – ausser der
Film der Gedanken.

Ich glaube, das einfachste wäre, endlich anzufangen Vertrauen zu
kultivieren. Sich bewusst werden, dass der Liebesfilm sich nur in den
eigenen Gedanken abspielt. Die Realität sieht ganz anders aus.
Für mich sieht die Wirklichkeit - als eigenständiger Individuum auf
dieser Erde - wie folgt aus: Es gibt Menschen, welche unbewusst
beherrschen und besitzen wollen. Tagtäglich schauen sie sich den
eigenen Film an und merken nicht, dass die Realität ganz anders
aussieht. Es ist eine freie Entscheidung, jedoch es wäre Vorteilhaft
– das glaube ich zumindest -, wenn man den eigenen Film nicht
auf kosten von Unschuldigen realisieren müsste.

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