14. Februar 2008
Von rosanna um 22:02
Es hat mit Freude und Ekstase zu tun, was nicht
dasselbe ist wie Vergnügen.
Bei Vergnügen gibt es immer eine subtile Form
von Bemühung – ein Sehen, Streben, Fordern
und Kämpfen, um es zu behalten, um es zu
bekommen.
In der Leidenschaft gibt es kein Verlangen und
deshalb keinen Kampf.
In der Leidenschaft gibt es nicht den leisesten
Schatten von Streben nach Erfüllung oder
Befriedigung, und deshalb kann es auch
keine Frustration oder Leiden geben.
Leidenschaft ist die Freiheit von „Ich“ und „mein“,
die das Zentrum aller Befriedigung und aller
Leiden sind.
Leidenschaft fordert nicht, weil sie einfach ist, und
ich spreche hier nicht über etwas Statisches.
Leidenschaft ist der Ernst der Ich Aufgabe, in der
das „Du“ und „Ich“ nicht mehr existiert; deshalb
ist Leidenschaft die Essenz des Lebens.
Das ist, was sich bewegt und lebt.
13. Februar 2008
Von rosanna um 20:01
Ich denke, wir sollten uns darüber im Klaren sein,
dass Lust und Leidenschaft zwei verschiedene
Dinge sind.
Lust wird durch das Denken aufrechterhalten,
vom Denken angetrieben, sie wächst und
sammelt Substanz im Denken an, bis es
sexuell explodiert, oder, falls es sich um eine
Gier nach Macht handelt, bis es entsprechende
gewalttätige Formen der Erfüllung findet.
Leidenschaft ist etwas ganz Anderes; sie ist
kein Produkt des Denkens und auch nicht die
Erinnerung an ein früheres Ereignis; sie wird
nicht vom Motiv der Erfüllung oder Befriedigung
getrieben; sie ist auch kein Kummer.
29. Januar 2008
Von rosanna um 21:09
Lieben bedeutet, sensibel und empfänglich zu sein.
Das Wort Liebe ist nicht Liebe.
Liebe kann nicht aufgeteilt werden in die Liebe zu Gott und
die Liebe zu den Menschen, noch sollte man sie vergleichen
als die Liebe zu dem einen und die Liebe zu vielen.
Die Liebe verschenkt sich selbst im Überfluss, so wie eine
Blume ihren Duft verströmt, aber wir wollen die Liebe in
unseren Beziehungen immer messen und zerstören sie
dadurch.
Die Liebe ist kein Gebrauchsgut des Reformers oder des
Sozialarbeiters; sie ist kein politisches Instrument, mit dem
man bestimmte Aktionen in Gang bringen kann.
Wenn der Politiker und der Reformer von Liebe sprechen,
benutzen sie einfach das Wort und berühren nicht das
wahre Wesen der Liebe, denn Liebe kann nicht als Mittel
zum Zweck benutzt werden, weder jetzt noch in der Zukunft.
Die Liebe findet man auf der ganzen Erde und nicht nur auf
einem bestimmten Feld oder in einem bestimmten Wald.
Die wahre Liebe ist nicht auf eine bestimmte Religion begrenzt,
und wenn organisierte Religionen sie benutzen, hört sie auf zu
existieren.
Gesellschaften, organisierte Religionen und autoritäre
Regierungen zerstören mit der Geschäftigkeit ihrer
verschiedenen Aktivitäten unwissentlich die Liebe, die
zu Leidenschaft des Handelns wird ...
Liebe hat nichts mit Sentimentalität und nichts mit blinder
Ergebenheit zu tun.
Sie ist stark wie der Tod.
Liebe kann man nicht durch Wissen erkaufen, und ein Geist,
der nur nach Wissen ohne Liebe strebt, ist ein Geist, der
rücksichtslos nur sein eigenes Leistungsziel verfolgt.
26. Januar 2008
Von rosanna um 22:42
Ist es nun möglich, dass das Denken nicht
aufsteigt und ein Image erzeugt?
Es geht zunächst darum, Verlangen verstehen zu
lernen, und das wiederum ist an sich Disziplin.
Über Verlangen etwas zu lernen ist Disziplin, es
ist aber kein Kontrollieren dabei.
Wenn Sie wirklich etwas lernen über eine Sache,
ist sie damit erledigt.
Wenn Sie jedoch sagen, dass Sie das Verlangen
beherrschen müssen, dann befinden Sie sich auf
einer völlig anderen Ebene.
Wenn Sie die Ganzheit dieser Bewegung sehen,
werden Sie feststellen, dass das Denken mit
seinem Image nicht eingreifen und stören wird;
Sie sehen dann nur und haben Sinnesempfin-
dungen.
Und was sollte daran schlecht sein?
24. Januar 2008
Von rosanna um 21:00
Mann kann einen Apfel ansehen.
Apfel ist das Wort, mit Hilfe dessen man erkennt,
was da auf dem Bild steht.
Wir wissen jedoch, dass das Wort Apfel nicht der
Apfel ist.
Mein Mann ist auch nicht das Wort Mann.
Erkennen Sie die Feinheiten?
Man muss von Anfang an ganz klar verstehen,
dass das Wort nicht die Sache ist.
Das Wort Verlangen oder Wünschen ist nicht
das Gefühl dessen, was es bezeichnet, dieses
ausserordentliche Gefühl hinter der Reaktion.
Es kommt also darauf an, dass man sich nicht
im Wort verfängt.
Das Gehirn muss aktiv genug sein, um zu sehen,
dass das Objekt Verlangen erzeugen kann –
ein Verlangen, das vom Objekt getrennt ist.
Sind wir uns dessen bewusst, dass das Wort
nicht die Sache selbst ist und dass Verlangen
nicht getrennt ist vom Beobachter, der Verlangen
betrachtet?
Sind wir uns dessen bewusst, dass das Objekt
Verlangen erzeugen kann, dieses Verlangen
jedoch unabhängig vom Objekt ist?
18. Januar 2008
Von rosanna um 20:20
Wenn das Ich vollständig abwesend ist, kann
Schönheit aufscheinen.
Wir sind jedoch nicht frei von unserem Ich; wir
sind eigensüchtige Leute, wir beschäftigen uns
mit uns selbst, mit unserer Bedeutung oder
unseren Problemen, mit unseren Leiden und
Sorgen, mit Einsamkeit.
Aufgrund der verzweifelten Einsamkeit streben
wir nach Identifikation mit etwas anderem; wir
hängen uns an eine Idee, einen Glauben, eine
Person – besonders an eine Person.
In Abhängigkeit entstehen alle unsere Probleme.
Wo psychologische Abhängigkeit besteht, beginnt
die Angst.
Wenn Sie an etwas fest gebunden sind, dann
fängt ein Auflösungsprozess an.
15. Januar 2008
Von rosanna um 19:53
Verlangen entsteht aus dieser Entwicklung oder
Bewegung: Sehen, berühren, spüren, denken
und Bilder ausmalen, Verlangen.
Jetzt sagen wir: Sehen berühren, spüren – das
ist normal, das ist gesund, und belassen wir es
dabei, beenden wir das hier, lassen Sie nicht
das Denken sich einschalten und daraus ein
Verlangen bilden.
Wenn Sie das verstehen, dann werden Sie auch
verstehen, dass es sich dabei nicht um ein Unter-
drücken von Wünschen handelt. Sie sehen ein
schönes Haus, in guten Proportionen gebaut mit
hübschen Fenstern, ein Dach, das zum Himmel
reicht, dicke Mauern, die Teil der Erde sind, ein
gepflegter Garten dabei.
Sie schauen es an, es gibt eine Empfindung.
Sie berühren das Haus – vielleicht nicht
buchstäblich, aber Sie berühren es mit
Ihren Augen -, sie riechen die Luft, die
Kräuter, das frisch geschnittene Gras.
Können Sie es damit nicht gut sein lassen?
Lassen Sie es dabei bewenden und sagen Sie:
„Das ist ein schönes Haus.“
Kein Registrieren und Speichern und keinen
Gedanken, der sagt: „Ich wünschte, ich hätte
dieses Haus“ – das ist Verlangen und die
Fortsetzung von Verlangen.
Das kann so leicht sein – und ich meine leicht,
wenn Sie die Natur von Denken und Verlangen
verstehen.
13. Januar 2008
Von rosanna um 19:19
Was ist das Verhältnis von Vergnügen zu
Fröhlichkeit?
Fröhlichkeit, leichte Freude stellt sich unerwartet
ein.
Sie gehen eine Strasse entlang oder sitzen in
einem Bus oder wandern durch die Wälder, und
Sie sehen Blumen, Hügel, die Wolken und den
blauen Himmel, und plötzlich stellt sich das unge-
wöhnliche Gefühl einer grossen Freude ein.
Das wird registriert und gespeichert, und schon
sagt das Denken: „Was für eine wunderbare
Sache das war, davon möchte ich mehr haben.“
Wieder wird Fröhlichkeit, Freude durch das
Denken in Vergnügen verwandelt.
Aber es kommt darauf an, die Dinge so zu sehen,
wie sie sind, nicht, wie Sie sie gern hätten.
Das heisst, genau zu sehen, ohne jede
Verzerrung, was sich wirklich abspielt.
30. Dezember 2007
Von rosanna um 19:19
Wissen Sie, Freiheit kann es nur geben, wenn
der Geist nicht in Konflikt ist.
Die meisten von uns befinden sich im Konflikt.
Sie hypnotisieren sich selbst oder Sie identifi-
zieren sich mit einem Anliegen, mit einem
Thema, einer Philosophie, mit irgendeiner
Sekte oder einem Glauben – Sie haben sich
damit so identifiziert, dass Sie einfach gebannt
sind und Sie leben in einem Zustand des
Schlafes.
Die meisten von uns sind in Konflikt; das Ende
dieses Konfliktes ist Freiheit.
Wenn Konflikt besteht, können Sie keine Freiheit
haben.
Sie mögen danach streben, Sie mögen sie sich
wünschen, aber Sie können sie nie haben.
25. Dezember 2007
Von rosanna um 18:12
Ist es wirklich möglich, überhaupt nichts
zu speichern?
Wenn das Gehirn ständig alles aufzeichnet,
was passiert, dann ist es nie frei und bereit,
still zu sein, es kann dann nie zur Ruhe
kommen, friedvoll werden.
Wenn die Maschinerie des Gehirns die ganze
Zeit arbeitet, dann wird es müde und erschöpft.
Das ist offensichtlich.
Das passiert in der Beziehung untereinander –
egal, um welche Art von Beziehung es sich
handelt -, und wenn es eine ständige Auf-
zeichnung von Allem gibt, dann fängt das
Gehirn langsam an, müde zu werden und
zu verwelken.
Das ist dann im Grunde genommen das Alter.