02. Februar 2008
Von rosanna um 20:20
Ohne Liebe gibt es keine Moral; stattdessen
existiert eine Anpassung an ein Muster, an ein
gesellschaftliches oder sogenanntes religiöses
Muster.
Ohne Liebe gibt es keine Tugend.
Liebe ist etwas Spontanes, Reales, Lebendiges.
Und Tugend ist keine Sache, die Sie durch
ständige Übung entwickeln; sie ist, ähnlich
wie Liebe, ebenfalls spontan.
Tugend ist keine Erinnerung, entsprechend
welcher Sie als ein tugendhaftes menschliches
Wesen funktionieren.
Wenn Sie keine Liebe haben, sind Sie nicht
tugendhaft.
Sie gehen vielleicht in die Kirche, Sie führen unter
Umständen ein ehrbares Familienleben, Sie mö-
gen den sozialen Moralvorstellungen entspre-
chen, aber Sie sind nicht tugendhaft, weil Ihr Herz
öde ist, leer, dumpf, dumm, weil Sie Verlangen
nicht verstanden haben.
Deshalb wird das Leben zu einem endlosen
Schlachtfeld, und Anstrengungen enden immer
mit dem Tod.
Jede Bemühung endet mit dem Tod, weil das
alles ist, was Sie kennen.
03. Januar 2008
Von rosanna um 22:02
Gedanken sind Materie; Denken ist die Folge
von Erinnerung; Erinnerung ist das Ergebnis
von Erfahrung, und Erfahrung muss notwendiger-
weise immer begrenzt sein und kann nur einen
Teil darstellen.
Das Gedächtnis, das Wissen kann niemals
vollständig sein; sie sind immer begrenzt
und nur ein Teil des Ganzen – und deshalb
sind sie unaufmerksam.
31. Dezember 2007
Von rosanna um 19:38
Wir leben im Rahmen der Bilder, die vom Geist
erzeugt wurden, durch das Denken.
Ständig werden Bilder hinzugefügt und
weggenommen.
Sie haben sich ein Bild von sich gemacht.
Wenn Sie ein Autor sind, dann haben Sie ein Bild
von sich als Autor.
Wenn Sie eine Ehefrau oder ein Ehemann sind,
haben Sie sich ein Bild von sich selbst gemacht.
Das fängt in der Kindheit an, durch Vergleiche,
durch Suggestion, indem uns gesagt wird, wir
müssten so gut wie der andere sein, was wir
tun oder lassen sollen.
Dieser Prozess führt dazu, dass sich Bilder
allmählich anhäufen.
Und in unseren Beziehungen, seien sie intimer
Natur oder weniger nah, gibt es immer ein Bild.
So lange das Bild existiert, riskieren Sie,
verwundet, verletzt oder auf eine andere
Weise bedrängt zu werden.
26. Dezember 2007
Von rosanna um 19:19
Ist es also möglich, frei zu sein und überhaupt
nichts auf der seelischen Ebene aufzuzeichnen?
Das ist nur möglich, wenn es vollständige
Aufmerksamkeit gibt.
Wenn umfassende wache Bewusstheit besteht,
gibt es keine Aufzeichnungen.
Ich weiss nicht, warum wir Erklärungen wollen
oder warum unsere Gehirne nicht rasch genug
arbeiten, um diese ganze Sache sofort zu
begreifen, zu erfassen.
Wie kommt es, dass wir nicht die Wahrheit
dessen sehen und diese Wahrheit arbeiten
lassen, um reinen Tisch zu machen und ein
Gehirn zu haben, das auf der psychischen
Ebene nichts speichert?
Aber die meisten Menschen sind bequem und
behäbig, sie ziehen es vor, in ihren alten Mustern
zu leben, in ihren speziellen Gedankenmustern.
Alles Neue weisen sie zurück, weil sie meinen,
dass es viel besser sei, mit dem zu leben, was sie
kennen, als mit dem, was ihnen noch unbekannt
ist.
Im Altbekannten steckt Sicherheit – zumindest
meinen sie, dass dort Sicherheit und Schutz sei -,
also fahren sie damit fort, im Feld dessen, was
ihnen vertraut ist, zu wiederholen, zu arbeiten
und zu kämpfen.
Können wir ohne den ganzen Prozess und ohne
die Maschinerie des funktionierenden
Gedächtnisses beobachten, schauen?
14. Dezember 2007
Von rosanna um 23:54
Was ist Bindung?
Warum haben wir ein solch enormes Bedürfnis
nach Bindung?
Was sind die Folgen von Bindung?
Warum ist man gebunden?
Wenn Sie mit etwas oder jemandem verbunden
sind, wenn Sie gebunden sind, dann besteht
immer auch die Angst, die Bindung zu verlieren.
Es gibt dann auch immer ein Gefühl der
Unsicherheit.
Bitte beobachten Sie das selbst.
Es gibt bei dieser Art von Bindung immer
auch ein Wahrnehmen der Getrenntheit.
27. November 2007
Von rosanna um 19:20
Allein besitzen heisst eifersüchtig sein; festhalten
am Besitz erzeugt Hass.
Wir hassen in der Tat, was wir besitzen, das
verrät die Eifersucht.
Wo Besitz ist, gibt es keine Liebe; besitzen heisst,
die Liebe zerstören.
Es ist bestimmt gut, ein einfaches Leben zu
führen, weil es uns eine gewisse Freiheit gibt
und weil wir damit der Echtheit unserer
Gesinnung Ausdruck geben.
Aber wie kommt es eigentlich, dass wir immer mit
der äusseren, nie mit der inneren Einfachheit den
Anfang machen?
Tun wir es, um uns selbst und andere zu
überzeugen, dass es uns ernst ist?
Wozu bedürfen wir solcher Überzeugung?
Nicht Gesten und Überzeugungen, sondern nur
Einsicht befreit uns von der Tyrannei der Dinge;
Einsicht aber ist unabhängig von der Person und
ihrer Haltung.
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21. November 2007
Von rosanna um 21:31
Rastloses Werken füllt unser Leben aus, wenn
aus irgendeinem Grunde einmal damit Schluss
gemacht werden muss, dann fühlen wir uns
ganz verloren, das Leben ist inhaltsleer und
sinnlos geworden.
Wir alle wissen um die gefürchtete Leere, die
hinter unserer Lebensarbeit lauert, zum min-
desten ahnen wir etwas davon, und darum
stehen Idee und Arbeit unter uns Menschen
so hoch im Kurs.
Überzeugungen geben dem Leben den
gewünschten Inhalt, und Arbeit wird uns
zum unentbehrlichen Rauschgift.
Ihr zuliebe nehmen wir jede Entbehrung und
jeden Nachteil in Kauf, machen wir uns jede
Illusion zu eigen.
Alles Handeln aus ideologischer Überzeugung
führt zu Unordnung und Zerfall.
Obwohl es nur der Ordnung und dem Aufbau
zu dienen scheint, hinterlässt es ein Meer von
Zwietracht, Leid und Elend.
Jede Art von Überzeugung, sei sie religiöser oder
politischer Art, sondert nämlich die Menschen
voneinander ab und verhindert, dass wir der
Liebe innewerden, die uns mit dem Bruder
Mensch verbindet.
Ohne dieses Innewerden gibt es kein wahres
Wirken.
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18. November 2007
Von rosanna um 17:47
Solange die Vergangenheit beobachtet,
wahrnimmt, so lange ist keine Wahrheit.
Zunächst kommt die Erfahrung; aus der
Erfahrung entsteht Wissen und dieses
Wissen ist begrenzt, ob es nun in Ver-
gangenheit, Gegenwart oder Zukunft liegt.
17. November 2007
Von rosanna um 19:30
Wir sind das Produkt der äusseren Einflüsse.
Der wissenschaftliche Verstand analysiert präzise
und klar, aber er kennt kein Mitgefühl, denn er hat
sich selbst nicht verstanden.
12. November 2007
Von rosanna um 21:44
Was sich lohnt, was der Mühe wert ist, lässt
sich nicht finden und nicht erkaufen.
Es muss uns zufallen, und dieser Zu-fall kann
weder klug geplant noch berechnet werden.
Ist es nicht eine bekannte Wahrheit, dass uns
alles wirklich bedeutsame im Leben zufällt und
nicht mit Absicht herbeigeführt werden kann?
Daher ist nicht das Finden, sondern das Zufallen
wichtig.
Finden ist verhältnismässig einfach; um das
Zufallen steht es erheblich anders.
Nicht dass es schwierig wäre, aber der Drang, zu
suchen und zu finden muss völlig aufhören, damit
dass „von Ungefähr“, der Zu-fall, eintreten kann.
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