Welche Freiheit?

Welche Freiheit?

Freiheit vom Ich, das von der Umgebung abhängt
und das Produkt der Umwelt ist, das „Ich“ und
„mein“, das von der Gesellschaft und vom Denken
gebildet wird.

Diese Freiheit ist Klarheit, das Licht, das nicht von
der Vergangenheit entzündet wird.

Leidenschaft ist nur Gegenwart.

Das erfordert

Das erfordert

Das erfordert jedoch sehr tiefe Einsicht, profunde
Untersuchung, unaufhörliches Hinschauen; und
vielleicht werden wir aufgrund dessen wissen,
was Liebe ist.

Wie kann es Liebe geben, wenn es Bindung gibt,
Festhalten, Eifersucht, Neid, Ehrgeiz und all das,
was mit diesem Wort „Liebe“ sonst noch bezeich-
net wird?

Wenn wir durch diese Leere hindurch gelangt
sind – die eine Tatsache und nicht etwa nur
eine Vorstellung oder ein Mythos ist -, dann
finden wir heraus, dass Liebe und Verlangen
und Leidenschaft dasselbe sind.

Wenn Sie eines zerstören, zerstören Sie das
andere; wenn Sie eines verderben, verderben
Sie Schönheit.

Um all das zu erkennen, bedarf es nicht eines
entspannten Verstands.

Das Unbekannte lässt sich nicht erleben

Das Unbekannte lässt sich nicht erleben.

Man kann darüber nachdenken, Betrachtungen anstellen
oder sich davor fürchten, aber unser Denkvermögen kann
es nicht verstehen, denn Denken ist das Ergebnis von
Bekanntem oder Erfahrung.

Weil also unser Denken etwas Unbekanntes nicht erkennen

kann, fürchtet es sich davor.

Solche Furcht muss solange anhalten, als unser Denken
danach trachtet, das Unbekannte zu erleben und zu
verstehen.

Wenn man Verlangen beobachtet

Wenn man Verlangen beobachtet

Wenn man Verlangen beobachtet, geschieht das
vom Standpunkt eines Aussenseiters aus, der
sich Verlangen ansieht?

Oder betrachtet man Verlangen, während es
aufsteigt?

Dann ist Verlangen nichts von einem selbst
Getrenntes – man selbst ist Verlangen.

Sehen Sie den Unterschied?

Entweder betrachten Sie das Verlangen, das man
hat, wenn man etwas Schönes im Schaufenster
sieht, oder man hat das Verlangen, es zu kaufen,
so dass dieses Objekt getrennt vom Ich ist, oder
das Verlangen selbst ist identisch mit dem Ich,
so dass es eine Wahrnehmung von Verlangen
gibt ohne den Beobachter, der das Verlangen
betrachtet.

Es ist also wichtig

Es ist also wichtig

Es ist also wichtig, das Wesen von Verlangen zu
verstehen, warum es eine solch herausragende
Rolle in unserem Leben gespielt hat, wie es
Klarheit verdunkelt, wie es die ungewöhnliche
Qualität von Liebe daran hindert, sich zu zeigen.

Es ist wichtig, dass wir es verstehen und nicht
unterdrücken, dass wir Verlangen nicht zu
beherrschen oder in diese oder jene Richtung zu
drängen versuchen, die Ihnen Frieden verspricht.

Verlangen, Wünschen ist

Verlangen, Wünschen ist

Verlangen, Wünschen ist einer der stärksten und
lebendigsten Triebe in unserem Leben.

Wir sprechen über das Verlangen an sich, nicht
darüber, etwas Bestimmtes zu wollen.

Alle Religionen haben gesagt, dass Sie, wenn Sie
Gott dienen möchten, das Verlangen unterwerfen
müssen, das Wünschen zerstören und das Wol-
len kontrollieren müssen.

Alle Religionen haben gesagt: Ersetzen Sie
Verlangen mit einem Bild, welches das Denken
erzeugt hat – Die Christen haben ein bestimmtes
Bild, die Hindus und so fort.

Ersetzen Sie das Bild durch die Wirklichkeit.

Die Wirklichkeit ist das brennende Verlangen.

Sie – die religiösen Leute – denken, dass sie das
Verlangen durch den Austausch gegen etwas
anderes überwinden können.

Oder dadurch, dass man sich dem hingibt, den
man für den Meister hält, den Erlöser, den Guru –
was wiederum nichts anderes als eine Gedanken-
tätigkeit ist.

So ist das Muster allen religiösen Denkens.

Man muss die ganze Bewegung von Verlangen
verstehen, denn das ist ja offenbar weder Liebe
noch Mitgefühl.

Liebe und Mitgefühl besitzen ihre eigene
Intelligenz, die nicht die Intelligenz des
berechnenden Denkens ist.

Ekstase

Ekstase

Was bedeuten Vergnügen und Freude, die jedes
menschliche Wesen erstreben, koste es, was es
wolle?

Es gibt Freude, die aufgrund von Besitz entsteht;
Freude durch eine Fähigkeit oder ein Talent;
Freude, wenn man einen anderen beherrscht;
das Vergnügen, wenn man enorme Macht aus-
übt, politische, religiöse oder wirtschaftliche;
das Vergnügen von Sex; die Freude an einem
grossen Gefühl der Freiheit, die viel Geld gibt.

Es gibt verschiedene Formen von Freude.

Im Vergnügen ist Zufriedenheit; es gibt aber
auch Ekstase, reines Entzücken.

“Ekstase“ bedeutet, ausser sich zu sein, über
sich hinauszugehen.

Da gibt es kein Ich mehr, das sich vergnügt.

Das Ich, das Ego, die Persönlichkeit sind völlig
verschwunden; es gibt da nur noch das Gefühl,
draussen zu sein.

Das ist Ekstase.

Ekstase hat überhaupt nichts mit Vergnügen zu tun.

Wenn Aufmerksamkeit besteht

Wenn Aufmerksamkeit besteht

Wenn Aufmerksamkeit besteht, dann gibt es
keine Erzeugung von Bildern, dann gibt es
keinen Konflikt – Sie sehen vielmehr die
Tatsache.

Wenn Sie mich beleidigen oder mir schmeicheln
und ich vollständig aufmerksam bin, dann be-
deutet mir das gar nichts.

Aber in dem Augenblick, in dem ich nicht
aufpasse, wird das Denken, das an sich
unaufmerksam ist, das Heft in die Hand
nehmen und ein Bild erzeugen.

Haben Sie eigentlich je

Haben Sie eigentlich je

Haben Sie eigentlich je ein Bild freiwillig und
leicht aufgegeben, ohne Druck, ohne ein Motiv?

Ohne den Gedanken „Ich muss dieses Selbstbild,
das ich von mir habe, aufgeben, damit ich nicht
verletzt werde“?

Nehmen Sie irgendein Image und begeben Sie
sich hinein.

Indem Sie hineingehen, entdecken Sie die ganze
Bewegung, die hinter der Erzeugung des Bildes
steckt.

Sie fangen an zu entdecken, dass in diesem
Image Angst steckt, Sorge, ein Gefühl der
Isolierung.

Wenn Sie sich fürchten, sagen Sie: „Es ist viel
besser, dass ich mich an etwas halte, das ich
kenne, als an etwas, was ich nicht kenne.“

Wenn Sie aber ernsthaft und tiefer einsteigen,
dann werden Sie fragen, wer oder was dieses
Bild erschafft – nicht ein bestimmtes Image,
sondern wer oder was Bilder überhaupt erzeugt.

Ist das unser Denken?

Ist es die natürliche Reaktion, sich selbst
physisch und psychisch zu schützen?

Man kann die natürliche Reaktion verstehen, sich
körperlich zu schützen, sich mit Nahrung zu
versorgen, eine Unterkunft zu suchen, Kleidung
zu haben, zu vermeiden, von einem Bus
überfahren zu werden, und so weiter.

Das ist eine natürliche, gesunde und intelligente
Verhaltensweise; darin steckt kein Image.

Aber auf der psychologischen Ebene, innerlich,
psychisch, haben wir dieses Bild geschaffen,
welches das Ergebnis von einer Reihe von
Ereignissen, Geschehnissen, Verletzungen
und Irritationen ist.


Dann gibt es nur eine Beziehung

Dann gibt es nur eine Beziehung

Dann gibt es nur eine Beziehung zwischen
Menschen – es wird dann keine Beziehung
geben zwischen zwei Bildern, die leblose
Dinge sind.

Es ist sehr einfach.

Sie schmeicheln mir, Sie achten mich, und ich
entwickle ein Image von Ihnen, aufgrund von
Komplimenten oder Kritik.

Ich mache Erfahrungen: Leid, Tod, Konflikt,
Hunger, Not, Einsamkeit.

All das erzeugt ein Image in mir und ich werde
zu diesem Image.

Das Ich in mir wird zum Bild, der Denker ist
dieses Image.

Es ist der Denker, der das Bild erzeugt.

Aufgrund seiner Reaktionen, seien sie physisch,
psychisch, intellektuell oder anders, erzeugt der
Denker, der Betrachter, derjenige, der die Er-
fahrungen macht, das Bild – auf der Grundlage
von Erinnerungen und Gedanken.

Die Maschinerie ist also das Denken, die
Maschinerie entsteht aufgrund von Gedanken.

Gedanken sind notwendig, sonst könnten Sie
nicht existieren.

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