12. Juni 2008
Von rosanna um 20:40
Warum wollen Männer nicht über die Beziehung
reden?
Weil es dazu nichts zu sagen gibt. Weil du meinen
Standpunkt kennst. Weil wir das schon hundert Mal
besprochen haben. Weil es keinen Sinn hat, das zu
zerreden. Weil du mir ohnehin nicht zuhörst. Weil du
mich sowieso nicht ausreden lässt. Weil du keine
andere Meinung gelten lässt. Weil du mir die Worte
im Mund umdrehst. Weil du immer so emotionell
reagierst. Weil man mit dir nicht sachlich darüber
diskutieren kann. Weil man mit dir nicht sachlich
diskutieren kann. Weil man mit dir nicht diskutieren
kann. Weil ich mich von dir nicht festnageln lasse.
Weil du das ohnehin wieder gegen mich verwenden
würdest. Weil ich’s dir ohnehin nicht recht machen
kann. Weil du nur darauf wartest, dass ich ein
falsches Wort sage. Weil ich genau weiss, worauf
das wieder hinausläuft. Weil du ganz genau weisst,
dass das nichts bringt. Weil ich nicht streiten will.
Weil ich nicht schon wieder mit dir streiten will.
Weil ich nicht immer mit dir streiten will.
11. Juni 2008
Von rosanna um 23:43
Warum wollen Männer nicht über die Beziehung
reden?
Weil es jetzt wirklich ungünstig ist. Weil du doch
siehst, dass ich gerade beschäftigt bin. Weil du
doch siehst, dass ich gerade Zeitung lese. Weil
ich auf einen wichtigen Anruf warte. Weil ich
Musik höre und kein Wort verstehe. Weil gleich
die Nachrichten kommen. Weil Manchester United
einen 2:3-Rückstand aufholen muss. Weil ich erst
einmal in Ruhe essen will. Weil ich noch gar nicht
richtig da bin. Weil ich gerade erst aufgestanden
bin. Weil ich mich gerade hingelegt habe. Weil ich
gerade erst angekommen bin. Weil ich gleich wieder
fortmuss. Weil wir das auch wann anders bespre-
chen können. Weil das wirklich warten kann. Weil
es Zeit hat. Weil es alle Zeit der Welt hat.
10. Juni 2008
Von rosanna um 19:39
Alle Männer – davon müssen Sie immer ausgehen,
meine Damen – sind prinzipiell Helden.
Das fängt schon im Kindesalter an, wenn sie auf
dem Pausenplatz im Ronaldo- oder Zidane-Leibchen
unhaltbare Tore schiessen, setzt sich im Teenager-
Alter fort, wenn sie auf ihrem Motorrad dem
Valentino Rossi um die Ohren fahren würden,
wenn sich der Feigling nicht lieber an irgendeiner
völlig unwichtigen Weltmeisterschaft herumtriebe,
und hört noch lange nicht auf, wenn sie am Tag
nach dem Discobesuch ihren Kollegen erzählen,
wie sie die willigen weiblichen Wesen gleich reihen-
weise flachgelegt haben. Ihr Heldentum wird dabei
durch die Tatsache keineswegs geschmälert, dass
ihnen die Mama das Fussballtrikot erst nach tage-
langem Quengeln bewilligt hat, dass das Motorrad
bestenfalls ein aufgemotztes Moped ist, und dass
die flachgelegten Damen von ihrer reihenweise
Beglückung absolut nichts zu wissen scheinen.
08. Juni 2008
Von rosanna um 19:50
Das Eröffnungsspiel der Nationalmannschaft
beginnt erfolgversprechend und weil meine
weibliche Begleitung nach zehn Minuten
Hunger verspürt verlassen wir die FanZone.
Wir begeben uns in eine gemütliche und
menschenleere Pizzeria in der Nähe.
Das Hauptthema meiner Bekannten ist ihre
nicht funktionierende Beziehung die seit
Monaten, wenn nicht Jahre bereits andauert.
Eine Zeitlang höre ich stillschweigend zu und
nachdem das Essen serviert wird kumulieren
sich ungeschönte Meinungsäusserungen
meinerseits. Immer wieder rollen dicke Tränen
über die Wangen meines Gegenübers dessen
ungeachtet führe ich den Vortrag zu Ende.
Eine typische Eigenschaft beiderseits, wir lassen
die Teller mit ungerührtem Essen stehen und
verlassen das Lokal Richtung Auto. Die reservierte
Verabschiedung lässt mich vermuten, dass Direktheit
und Ehrlichkeit nicht gefragt waren.
Als ich das Schlussresultat des Fussballspiels im
Radio hörte, stellte ich ähnliche Konstellationen fest:
Manchmal genügen Zuversicht und Ausdauer nicht,
um ein Spiel zu gewinnen.
07. Juni 2008
Von rosanna um 23:06
Hier rasch noch einige Klischees und ihre
Entkräftung: Richtig ist, dass Männer sich
bei ihrem besten Freund über die Lebens-
Abschnittpartnerin beschweren.
Falsch ist, dass der beste Kumpel über meine
Freundin herziehen darf (wer das wagt, hat
automatisch verloren).
Richtig ist, dass Sex das Thema Nummer eins
bleibt, und falsch ist, dass Männer sich andauernd
über Sex unterhalten müssen. Das können wir gar
nicht. Da schämen wir uns. Da sind wir die grössten
Vollidioten.
Richtig ist – das klingt jetzt fast unaussprechlich
pathetisch -, dass aus allen Sexprahlereien so
elend laut der unterdrückte Schrei nach Liebe
spricht, dass es kaum auszuhalten ist.
Das hören wir Männer. So – sind wir auch.
06. Juni 2008
Von rosanna um 22:24
Das Gespräch! Die Aussprache! Natürlich liegt
hier ein Trauma, das Urmisstrauen jedes Man-
nes begraben. Sprechen, sagen Männer, geht
ja eigentlich nie gut aus. Man kann Probleme
vielleicht versehen, gelöst sind sie deshalb
noch lange nicht.
Frauen aber fordern das andauernd, sie halten
genau das für den Inbegriff einer glücklichen
Beziehung: das klärende Gespräch. Höchster
Ausdruck weiblichen Zutrauens ist, wenn sie
ihm die Paartherapie vorschlägt.
Anders: Männer. Dem Selbstanalyseverbot hat
sich jedes potenzielle Gesprächsthema unter-
zuordnen. Die Wahrheit mutet man sich gar nicht
oder in kleinen, kunstvoll verpackten Portionen
(Humor! Übertreibung! Sarkasmus!) zu.
Männer halten sich daher eine Reihe Schein-
Themen – Fussball, Politik, Pferdelederschuhe,
Neuerscheinungen in der Unterhaltungselektronik-,
um ihren Shit, ihren Bullshit, ihr natürliches Be-
dürfnis nach Nähe und Selbstvergewisserung zu
regeln.
Glaubt eine Frau, dass ein kluger Mann sich
ernsthaft für das Innere von MP3-Playern
interessiert?
05. Juni 2008
Von rosanna um 21:51
Eine tolle Wahrheit, die einmal mehr wie aus
dem Schwarzweiss-Western klingt: Was Männer
miteinender besprechen, ist meist nicht so wichtig.
Wichtiger ist, was sie nicht besprechen, was sie
auslassen können im Gespräch: Das ist das un-
lustige Zeug. Das sind die unbewältigten Dinge.
Das ist die Psychologie. Hilfe! Der Alptraum
zwischen Männern – der Kumpel-GAU – wäre es,
das in Worte zu fassen zu versuchen, was die
gemeinsame Freundschaft ausmacht. Selbst-
analyse, Lob, Kritik, Selbstkritik: bitte nicht.
Das darf alles nicht sein. Ich weiss, liebe Frauen,
hier fangen eure Gespräche überhaupt erst an.
02. Juni 2008
Von rosanna um 22:22
Man lässt Raum, ist still, reagiert nicht,
lässt den andern sein wie er ist – eine
heikle Angelegenheit für die Leserschaft
dieses Blogs.
01. Juni 2008
Von rosanna um 17:47
Konzentriert starre ich auf den Bildschirm und im
Hintergrund höre ich zu, wie die jüngeren Girls
am Bürotisch eifrig über ihre Träume und Wünsche
diskutieren. Das Gespräch ist amüsant, denn in
ihrem Alter hatte ich ähnliche Vorstellungen.
Eines der Mädchen fragte dann, ob ich auch Träume
hätte. Ich drehte mich um und antworte, dass ich
aufgehört hätte zu Träumen. Beide schauten mich
erstaunt und zugleich fragend an. Girls, die Erklärung
ist simpel, ich lebe meinen Traum, deshalb träume ich
nicht mehr. Bestimmt kennt ihr das berühmte Zitat:
„Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen
Traum.“.
Zum Glück fiel mir dieser weiser Satz ein, denn eine
unverstandene Aussage kann ein ganzes Leben
verändern.
Etwas sollte dabei nicht vergessen werden, dass
dieser sogenannter Traum sich nicht immer von
seiner Schokoladenseite präsentiert, nichtsdestotrotz
es ist das Leben.