Wach sein oder schlafen
Wach sein oder schlafen ist das Gleiche, aber
wenn du schläfst, fühlt es sich nicht so an.
Wenn du schläfst und der Gedanke des
Aufwachens dich zu interessieren beginnt,
kann es so aussehen, als gäbe es da etwas
Faszinierendes zu entdecken.
Das ist die Vorstellung, aus der sich spirituelle
Wege entwickeln.
Die Einbildung spinnt komplizierte Geschichten
von spirituellen Pfaden, und dahinter steht immer
die Vorstellung, dass es da etwas ganz Tolles zu
entdecken gibt und wunderbare Menschen um
die Wege sind, vorzugsweise in Indien, die es ge-
funden haben.
Eines Tages finde ich es vielleicht auch, und dann
verfüge ich über spezielle Kräfte und schwebe
ständig im höchsten Glück, und meine Freunde
werden grün vor Neid.
Es ist nur eine Geschichte, die mein Bewusstsein
spinnt, aber das werde ich wahrscheinlich nicht
erkennen, solange ich schlafe.
Es gibt viele die über Nondualität sprechen.
Viele nennen sich sogar Lehrer, und da würde ich
schon aufhorchen.
Es gibt nämlich hier nichts zu lehren.
Wir können nur versuchen, eine Art Beschreibung
zu geben – wohl wissend, dass Nondualität eigen-
tlich nicht zu beschreiben ist.
Da dem so ist, müssen wir zwangsläufig scheitern
und können die Sache folglich ganz ohne Stress
angehen.
Spirituelle Lehrer reden immer vom Werden, von
der Notwendigkeit der Verbesserung einer Person,
die sich unzulänglich fühlt.
Spirituelle Wege werden von Leuten beschritten,
die sich einbilden, sie müssten bessere Menschen
aus sich machen, um der Erleuchtung würdig zu
werden.
So manchen wir uns also auf einen spirituellen
Weg, um unsere Minderwertigkeit zu mindern,
aber in Wirklichkeit war nie jemand da, an dem
irgendetwas verbessert werden könnte oder sollte.
Die Wahlfreiheit erweist sich als Witz und entfällt
ganz einfach, sobald gesehen wird, dass niemand
da ist.
Wie könnte an dir etwas verbessert werden?












