Liebe geht

Liebe geht

Liebe geht Hand in Hand mit der Entscheidung,
den anderen einzulassen, meine Abwehr abzu-
bauen, mein Misstrauen abzulegen, mutig meine
starren Vorstellungen dem anderen zuliebe hinter
mir zu lassen und dann zu entdecken, wie er sich
bewegt, verhält und denkt – ohne ihn auf meine
Ansichten und Verhaltensweisen festnageln zu
wollen.

Und ebenso gehört dazu, dass ich mich nicht
dazu zwinge, so zu sein, wie er mich meinen
Vermutungen nach gern hätte.

Ein anderes Problem

Ein anderes Problem

Ein anderes Problem ist der Selbstbetrug:
Zwar wissen viele nicht, was in ihnen vorgeht,
gleichwohl haben sie fast immer eine schlüssige
Erklärung für ihr Leiden zur Hand, einen Leitfaden,
der alles rechtfertigt, in Wirklichkeit aber nichts mit
ihrem tatsächlichen Schmerz zu tun hat.

Wie kann jemand mich verstehen oder gar mir
helfen, solange ich mich selbst darüber hinweg-
täusche, was mir weht tut oder was ich brauche?

Manche Zwistigkeiten

Manche Zwistigkeiten

Manche Zwistigkeiten sind unauflösbar
und müssen hingenommen werden.

Man kann seinen Gefährten lieben und
respektieren und gleichzeitig die Tatsache
akzeptieren, dass sich nicht alle Probleme
aus der Welt schaffen lassen.

Hollywood und die meisten gängigen
Vorstellungen von Persönlichkeits-
Entfaltung predigen uns den Mythos,
es lasse sich für alle zwischenmenschlichen
Konflikte eine Lösung finden.

Um wirklich lebendig zu sein

Um wirklich lebendig zu sein

Um wirklich lebendig zu sein, musst du
wiedergeboren werden; dafür aber musst
du zuvor gestorben und dafür wiederum
zuvor erwacht sein.

Beziehungen

Beziehungen

Beziehungen haben so lange Bestand, wie
sie eben dauern, das heisst, solange beide
Individuen sich darin entfalten können:
manche ein paar Wochen, andere ein
ganzes Leben lang.

Die Menschen glauben

Die Menschen glauben

Die Menschen glauben zu lieben, aber in
Wirklichkeit sind sie besessen von ihrem
Bedürfnis, den anderen zu besitzen – so
als würden sie sagen: „Ich liebe dich,
solange du an meiner Seite bist, aber
wenn du fortgehst, werde ich dich hassen.“

der Weg des Lebens

der Weg des Lebens

Es ist sehr hart, sich jemanden
herbeizuwünschen, der nicht da
ist.

Dennoch gilt es, die Angst vor dem
Sich-Ausliefern zu verlieren.

Sicher ist dies ein langer und schwieriger Weg,
letztlich jedoch ist es der Weg des Lebens.

Das wesentliche Problem

Das wesentliche Problem

Das wesentliche Problem besteht darin, dass es
sehr schmerzhaft ist, wenn man ein Bedürfnis
verspürt und es nicht befriedigen kann.

Keiner mag diesen Schmerz.

Aber nur über diesen Schmerz gelange ich zu
meinen wahren Bedürfnissen, und erst wenn
ich diese entdeckt habe, werde ich sie auch
befriedigen können.

Denn solange wir uns dagegen sperren, unsere
Verletzlichkeit zu empfinden, werden wir uns
immer mehr verhärten und von der Möglichkeit,
unsere Bedürfnisse zu ergründen, entfernen.

Zudem verschliessen wir uns dadurch auch
der Fähigkeit, etwas entgegenzunehmen.

sehnsüchtigen Phantasien

sehnsüchtigen Phantasien

Wir können uns an sehnsüchtigen Phantasien
und alten, von der Zeit überholten Gleichungen
festklammern, obwohl sie weder der Wirklichkeit
entsprechen noch Orientierungshilfe bieten.

Oder wir können lernen, die Schwierigkeit in
unseren Beziehungen als Chance zu nützen –
um unsere besten menschlichen Qualitäten
wie Bewusstheit, Mitleid, Humor, Weisheit
und furchtlose Ergebenheit in die Wahrheit
zu erwecken und zu fördern.

Dann wird die Beziehung zu einem Pfand, auf
dem wir unsere Verbindung mit uns selbst und
mit jenen, die wir lieben, vertiefen und unseren
Sinn für das, was wir sind, erweitern können.

Jeder einzelne inszeniert

Jeder einzelne inszeniert

Ich glaube, die Menschen brauchen vom jeweils
anderen Anerkennung, um sich selbst in dem,
was sie denken oder fühlen, bestätigen zu
können.

Es wäre genial, wenn man sagen könnte: „Das ist
gut für mich, auch wenn aller Welt etwas anderes
gefällt“, und wenn man dabei bleiben könnte – weil
man der Genehmigung des anderen nicht bedarf
und an der Unterschiedlichkeit festhält.

Es gibt nicht nur eine Form zu leben.

Jeder einzelne inszeniert nach Gutdünken seinen
eigenen Zirkus.

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