Wenn dein Körper

(no title)

Wenn dein Körper und dein Ego und deine Träume
vergangen sind, wirst du erkennen, dass du ewig
währst.

Vielleicht denkst du, dass werde durch den Tod
erreicht – aber nichts wird durch den Tod erreicht,
weil der Tod nichts ist.

Alles wird durch das Leben erreicht.

Der Körper lebt weder, noch stirbt er, weil er
dich, der du das Leben bist, nicht fassen kann.

Der Tod ist der Versuch, den Konflikt dadurch
zu lösen, dass man sich gar nicht entscheidet.

Wie jede andere unmögliche Lösung, die das
Ego versucht, wird das nicht funktionieren.

(104.1)


Ein weiser Lehrer



Ein weiser Lehrer lehrt durch Annäherung, nicht durch
Vermeidung.

Er betont nicht, was du vermeiden musst, um den
Schaden zu entrinnen, sondern was du lernen
musst, um Freude zu erfahren.

Bedenke nur die Angst und die Verwirrung, die ein Kind
erleben würde, wenn man ihm sagte: „Tu dieses nicht,
weil es dir weh tun und dich unsicher machen wird,
wenn du aber stattdessen jenes tust, wirst du dem
Schaden entrinnen und in Sicherheit sein, und dann
wirst du dich nicht fürchten.“

Sicher ist es besser, nur drei Worte zu gebrauchen:
„Tu nur das!“

Diese einfache Aussage ist vollkommen klar, einfach
zu verstehen und sehr leicht zu merken.

(104.3)

Die Projektion


Die Projektion wird dich aber immer verletzen.

Sie verstärkt deinen Glauben an deinen eigenen gespaltenen Geist, und ihr einziger Zweck ist der, die Trennung in Gang zu halten.

Sie ist einzig und allein eine Einrichtung des Egos, damit du dich anders als deine Brüder und getrennt von ihnen fühlst.

Das Ego rechtfertigt das mit der Begründung, dass sie dich „besser“ erscheinen lässt als diese, und verschleiert dadurch deine Gleichheit mit ihnen noch mehr.

Projektion und Angriff sind unvermeidlich miteinander verbunden, weil Projektion immer ein Mittel ist, um den Angriff zu rechtfertigen.

Ärger ohne Projektion ist unmöglich.

Das Ego benutzt die Projektion nur dazu, um deine Wahrnehmung sowohl deiner selbst als auch deiner Brüder zu zerstören.

Der Prozess beginnt damit, dass du etwas ausschliesst, das in dir existiert, das du aber nicht haben willst, und führt geradewegs dazu, dich von deinen Brüdern auszuschliessen.

(96.3)

Was du projizierst

(no title)


Was du projizierst, das weist du zurück, und daher glaubst du auch nicht, dass es dein ist.

Du schliesst dich selbst gerade durch das Urteil aus, dass du anders bist, als derjenige, auf den du projizierst.

Da du auch gegen das, was du projizierst, geurteilt hast, greifst du es weiterhin an, weil du es weiterhin von dir getrennt hältst.

Indem du dies unbewusst tust, versuchst du die Tatsache, dass du dich selbst angegriffen hast, aus deinem Bewusstsein fern zu halten, und bildest dir auf diese Weise ein, dass du dich selbst in Sicherheit gebracht hast.

(96.2)


Lehre nur Liebe


Lehre nur Liebe, weil du nur Liebe bist.

(94)

Wie ich schon sagte


Wie ich schon sagte: „Wie du lehrst, so wirst du lernen.“

Wenn du so reagierst, als würdest du verfolgt,
so lehrst du die Verfolgung.

Lehre vielmehr deine eigene vollkommene Unantastbarkeit,
welche die Wahrheit in dir ist, und sei dir darüber klar, dass
sie gar nicht angegriffen werden kann.

Versuche nicht, sie selbst zu schützen, sonst glaubst du,
sie sei angreifbar.

Von dir wird nur verlangt, meinem Beispiel angesichts viel
geringerer Versuchungen, Fehlwahrzunehmen, zu folgen
und sie nicht als falsche Rechtfertigungen für Ärger zu
akzeptieren.

Es kann keine Rechtfertigung für etwas geben, was nicht
zu rechtfertigen ist.

Glaube nicht, dass es eine solche gibt, und lehre nicht,
dass es sie gibt.

Denk immer daran, dass du das lehren wirst, was du glaubst.

Glaube mit mir, und wir werden als Lehrer ebenbürtig werden.

(92.6)


Joachim Bauer

(no title)

Die stärkste und beste Droge
für den Menschen
ist der andere Mensch.


Ich habe klar dargelegt

(no title)


Ich habe klar dargelegt, dass ich bin wie du und du so bist wie ich, aber unsere grundlegende Gleichheit kann nur durch eine gemeinsame Entscheidung aufgezeigt werden.

Es steht dir frei, dich als verfolgt anzusehen, wenn du das willst.

Wenn du dich aber entscheidest, so zu reagieren, dann solltest du bedenken, dass ich nach dem Urteil der Welt verfolgt wurde, diese Bewertung selbst jedoch nicht teilte.

Und weil ich sie nicht teilte, habe ich sie nicht bestärkt.

Ich habe deshalb eine andere Deutung des Angriffs angeboten, eine, die ich mit dir teilen möchte.

Wenn du sie glaubst, hilfst du mir, sie zu lehren.

(92.5)

Du bist gebeten

(no title)


Du bist gebeten worden, mich zum Vorbild für dein Lernen zu nehmen, weil ein extremes Beispiel eine besonders hilfreiche Lerneinrichtung ist.

Jeder lehrt, und zwar die ganze Zeit.

Da ist eine Verantwortung, die du unweigerlich in dem Augenblick übernimmst, in dem du überhaupt eine Voraussetzung annimmst – und niemand kann sein Leben ohne irgendein Denksystem organisieren.

Hast du erst einmal irgendeine Art Denksystem entwickelt, dann lebst du danach und lehrst es.

Deine Fähigkeit zur Treue einem Denksystem gegenüber mag zwar falsch eingesetzt werden, doch bleibt sie eine Form des Glaubens und kann neu ausgerichtet werden.

(91.1)

Die Beziehung


Die Beziehung zwischen Ärger und Angriff ist augenfällig, während die Beziehung zwischen Ärger und Angst nicht immer so deutlich zutage tritt.

Ärger beinhaltet immer die Projektion der Trennung, wofür man letztlich die Verantwortung selber übernehmen muss, statt andern die Schuld zuzuweisen.

Ärger kann nur dann auftreten, wenn du glaubst, dass du angegriffen worden bist, dein Gegenangriff gerechtfertigt ist und du in keiner Weise dafür verantwortlich bist.

Sind diese drei völlig irrationalen Voraussetzungen gegeben, muss der ebenso irrationale Schluss daraus folgen, dass ein Bruder des Angriffs und nicht der Liebe wert ist.

Was kann von wahnsinnigen Voraussetzungen anderes erwartet werden als eine wahnsinnige Schlussfolgerung?

Eine wahnsinnige Folgerung hebt man auf, indem man die Vernünftigkeit der Voraussetzungen erwägt, auf denen sie beruht.

Du kannst nicht angegriffen werden, für Angriff gibt es keine Rechtfertigung, und du bist für das verantwortlich, was du glaubst.

(91.1)

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