27. Februar 2007
Von rosanna um 22:22
Frauen sind mit Abstand die rätselhaftesten Wesen, die es gibt. Kein Wunder, schliesslich deuten viele Fakten darauf hin, dass sie vor langer Zeit mit Raumschiffen auf die Erde gekommen sind. Das würde erklären, warum sie Dinge tun, auf die kein Mann je kommen würde und Sachen mögen, die einfach abartig sind oder eben ausserirdisch.
Wir haben nun mit Hilfe von international renommierten Wissenschaftlern ihr Verhalten analysiert - hier die Aufsehen erregenden Erkenntnisse.
Warum ihre Brüste eine unheimliche Anziehungskraft haben
Zahlreiche Wissenschaftler haben dieses Thema eingehend untersucht und anschliessend folgende Theorien aufgestellt: Die einen sagen, dass pralle Brüste die ideale Partnerin zum Kinderkriegen kennzeichnen. Die anderen behaupten, mit Brüsten seien Frauen auf die Entfernung leichter auszumachen, was besonders kurzsichtigen Männern sehr entgegenkommt. Nach langem Studium der fraglichen Objekte sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Brüste lediglich der Selbstdisziplinierung des Mannes dienen: Du sollst sie nicht dauernd anstarren!
Weshalb ein Vorspiel nötig ist
Frauen verlangen von Männern als Eignungstest ein ausgedehntes Spielchen, bevor es zur Sache geht. Dabei geben sie sich leider nicht mit Fähigkeiten in Skat oder Doppelkopf zufrieden. Schliesslich wollen sie andere Qualitäten prüfen: “Ein Mann, der sich Zeit zum Vorspiel nimmt, zeigt der Frau, dass er ein toller Partner ist”, behauptet der Evolutionsexperte Dr. Randy Thornhill von der University of New Mexico. “Männer haben Millionen von Samenfäden, können in ein paar Minuten ejakulieren und dann einfach weiterziehen. Frauen haben nur ein paar Eier, also müssen sie aufpassen und einen Kerl finden, der nicht gleich wieder abhaut.” Frauen glauben also an die Gleichung: Wer länger spielt, geht seltener weg. Sollten Sie mal drüber nachdenken.
Warum Frauen länger kommen als wir
Frauen sind von Natur aus wählerischer, weil sie stärker in die Fortpflanzung investieren. Deshalb haben sie auch längere und aufwendigere Orgasmen. Die männliche Art des Orgasmus (abspritzen, Kopf aufs Kissen, einschlafen) ist vergleichsweise simpel. Der weibliche Orgasmus ist wesentlich komplexer und führt zu langen, rhythmischen Kontraktionen, damit das Sperma nicht wieder rausfliesst. “Weil Frauen bei der Auswahl des Sexpartners wählerischer sind, müssen sie sich anstrengen, um das Sperma zu behalten”, sagt Dr. Thornhill. Der anschliessende Kuschelzwang lässt sich auf die Freisetzung von Oxytocin beim weiblichen Orgasmus zurückführen. Das ist kein Medikament gegen Akne, sondern “ein Sozialbindungshormon, das Frauen ein Gefühl von Wärme und Verbundenheit gibt”, erklärt der Wissenschaftler. Es wird übrigens behauptet, das Hormon hätte ungefähr dieselbe chemische Formel wie der Geruch eines neuen Autos.
Warum Schokolade Frauen glücklich macht
Schon das Wort “Praline” und das Szenario, das sich dabei vor seinem geistigen Auge auftut - schwabbelndes Fett und rosa Plüschschlappen - kann einen Mann so richtig abtörnen. Frauen hingegen würden sich für dieses Zeug prügeln. “Männer wie Frauen mögen Fett. Aber Frauen mögen es mit Kohlenhydraten - etwa in Form von Süssigkeiten oder Plätzchen, während Männer es mit Eiweiss mögen - in Form von Bratwürsten oder Hamburgern.” Das behauptet die Anthropologin Dr. Helen Fischer. Dieser Unterschied geht darauf zurück, dass Männer Jagd auf Eiweiss gemacht und Frauen Kohlenhydrate gesammelt haben. Wissenschaftler behaupten auch, es sei eine entwicklungsgeschichtliche Verirrung, vergleichbar mit der Existenz des Schnabeltiers, dass Frauen sich Schokolade zum Geburtstag wünschen, und sich hinterher beklagen, sie würden zu dick.
Ihre verblüffende Vorliebe für Trockenblumen
So seltsam es auch klingen mag, die Anziehungskraft getrockneter Blütenblätter auf Frauen ist schon vor Jahrmillionen entstanden. “Als Jäger mussten Männer das Land nach beweglichen Objekten absuchen”, sagt Dr. Fischer. “Frauen konzentrierten sich eher auf unbewegliche Objekte, denn die waren beim Sammeln gefragt.” Während Männer also ihre Fähigkeiten entwickelten, hinter Sachen her zu rennen, die sich bewegen, fingen Frauen an, kleine, süsse, stillstehende Objekte zu mögen. Daher ihre Vorliebe für Trockenblumen und für Norbert Blüm.
Die unfassbare Sucht nach Parfüm
Frauen, Rehe und deutsche Schäferhunde haben etwas gemeinsam: einen besser entwickelten Geruchssinn als Männer. Deshalb sind sie auch imstande, zu riechen, wenn wir einen getrunken haben. “Weil sie geruchsbewusster sind als Männer, kümmern sich Frauen auch mehr darum, wie sie riechen”, sagt Dr. Fischer. Eine ziemlich profane Erklärung für die Tatsache, dass Frauen mehr Geld für Shampoo, Seifen, Kosmetika und Parfüms ausgeben als Mercedes für die Verbesserung der Strassenlage von Kleinwagen.
Warum sie uns immer wegen Typen verlassen, die grösser sind als wir
Wie gross? Die ideale Grösse des Mannes liegt bei zehn bis 15 Zentimeter über der seiner Partnerin. Was andere Körpermasse betrifft, gibt es keine Übereinstimmung, aber bei der Grösse sind sich alle einig. Es könnte sein, dass Körpergrösse mit Macht verbunden wird, und dass Frauen jemanden wollen, zu dem sie aufsehen können. Es könnte sein? Manchmal erkennen Wissenschaftler noch nicht einmal die offensichtlichsten Wahrheiten.
Die seltsame Faszination, die ein knackiger Männerhintern auf sie ausübt
Die ursprüngliche Theorie ging dahin, dass Frauen Männern auf den Hintern starren, weil er selten zurückstarrt. Tatsache ist, sie schauen Männern auf den Arsch, weil sie sich einen Hinweis darauf erhoffen, ob der Kerl was taugt. Der Hintern sagt nämlich viel darüber aus, wie gut ein Mann in Form ist. Wenn man fit ist, sitzt der Hintern ziemlich hoch. Wenn nicht, hängt er nach unten wie ein Sack mit alten Kartoffeln. Alte, matschige Kartoffeln.
Die hoch entwickelten weiblichen Tränendrüsen
Frauen weinen schon, wenn man nur mal etwas fallen lässt. Vor allem, wenn dieses Etwas ein Ach-ist-es-nicht-süss-das-kleine-Kätzchen ist oder dann vielleicht war. So ist das weibliche Gehirn halt eingerichtet. Es gibt eine interessante Studie, bei der Männer und Frauen in ein MRI-Gerät gelegt wurden (MRI steht für magnetische Resonanzdarstellung. Damit können, im Gegensatz zu Röntgenstrahlen, auch Gewebeteile sichtbar gemacht werden.) Den Probanden wurde vorgegeben, an etwas Trauriges zu denken. Dabei zeigten die Gehirnströme der Frauen achtmal häufiger eine Veränderung an als die der Männer! “Es kann sein, dass Frauen gefühlvoller sind als Männer oder sie können Gefühle leichter ausdrücken”, sagt Dr. Fischer. Es könnte auch sein, dass Männer genauso gefühlvoll sind, sich aber so lange beherrschen, bis sie von einem Gefühlsausbruch überwältigt werden - etwa wenn das Kätzchen wieder auf die Fernbedienung gereihert hat. Um noch zu erwähnen, weshalb Frauen bei Hochzeiten weinen und Männer nicht: Frauen haben übersinnliche Kräfte und können in die Zukunft schauen. Wenn Sie dazu imstande wären, würden Sie bei Hochzeiten auch weinen.
Warum Sie im Rudel auf die Toilette gehen
Mit mehr Sicherheit durch Gruppenbildung hat das nichts zu tun. Eher sollte man es wie eine Auszeit beim Sport betrachten: Wenn Frauen auf die Toilette verschwinden, dann nur, um dort die Köpfe zusammenzustecken. Sie reden über ihr Auftreten, über Taktik, über den nächsten Spielzug. Und sie überlegen, wie betrunken wir Männer schon sind und wem zuerst die Puste ausgehen wird.
Warum sie keine Ahnung von Fussball haben
Ein Bekannter nahm vor einigen Jahren seine Flamme mit ins Stadion. Doch als die Heimmannschaft zehn Minuten vor Schluss den Ausgleich schaffte, wollte die Dame gehen. “Ach, weisst du”, sagte sie, “jetzt haben wir doch schon gesehen, was die machen. Ich bin sicher, das geht bis zum Schluss so weiter.” Warum Frauen Fussball nicht verstehen? Das liegt daran, dass tief im männlichen Gehirn eine Vorliebe für hierarchisch organisierte Arbeitsstrukturen vorherrscht - die Mannschaft - und die Vorstellung, dass einer gewinnt und einer verliert. Für Frauen spielt dieser Wettstreit eine viel kleinere Rolle. Wichtig für sie ist der alltägliche Ansturm der Gefühle, wenn schon nicht im wirklichen Leben, dann wenigstens in der täglichen TV-Serie. Deswegen können Frauen mühelos ein Spiel verpassen, aber sich nicht vom Fleck rühren, ehe “Marienhof” zu Ende geht oder “Beverly Hills 0815″.
Warum sie auf der Toilette nicht lesen
Wenn Frauen ihre Ruhe haben wollen, müssen sie nur mit Männern zusammen sein. Wir sagen nie etwas, es sei denn, wir haben Hunger oder die Fernbedienung fehlt. “Frauen müssen nicht auf der Toilette lesen, denn wir lassen sie in Ruhe”, sagt Professor Cunningham. Für Männer ist das nicht so leicht, genau genommen ist das Klo unsere einzige Rückzugsmöglichkeit. Der Grund für den Unterschied: Um zu überleben, mussten Frauen nicht unbedingt leise sein, wie es die Jagd erfordert. Frauen mussten Netzwerke aufbauen - und wer alleine auf dem Klo liest, kann das nicht.
Warum sie immer shoppen gehen
Auch das geht zurück auf die Sammlerphase. Während Männer einkaufen, wenn sie etwas brauchen, gehen Frauen einkaufen, um zu sehen, ob sie nicht doch etwas brauchen könnten.
25. Februar 2007
Von rosanna um 00:41
Eine Million Jahre nach Evas Geburt wurde das weibliche Gehirn endlich und erstmals erforscht: In dem Buch «The Female Brain» entschlüsselt die amerikanische Neuropsychologin Louann Brizendine, warum ihre Geschlechtsgenossinnen die Welt so gründlich anders sehen als Männer
Sarah vermutete, dass ihr Mann Nick sie betrog. Sie wusste nicht, mit wem, aber die Ahnung wurde immer stärker. Eines Abends fragte sie ihn. Er sagte nein. Sie war sicher, dass er log, und begann zu weinen.
Als Sarah der Therapeutin Louann Brizendine von ihrem Verdacht und Nicks Reaktion erzählte, sah die amerikanische Neuropsychiaterin einen präzisen Film vor sich.
Wäre Sarahs Gehirn an jenem Abend mit einem Kernspintomographen untersucht worden, sagt Brizendine, hätten die dürren Fakten durch eine wesentlich interessantere Geschichte ergänzt werden können. Warum war Sarah überzeugt, dass Nick log? Typisch weiblicher Argwohn? «Typisch weibliche Gehirnleistung», sagt die Wissenschaftlerin.
Während Sarah fragt, ob Nick eine Freundin habe, suchen ihre Augen sein Gesicht nach Reaktionen ab. Wird es angespannt? Beisst er auf die Zähne? Was immer er tut, ahmen ihre Augen, ihre Gesichtsmuskeln, ihr Körper instinktiv nach. Sie atmet im Gleichtakt mit ihm. Sie nimmt seine emotionalen Signale auf, jagt sie durchs Gehirn und sucht auf ihrer emotionalen Datenbank nach einem Treffer. Ihr Gehirn stimuliert Schaltkreise, als wären es nicht sein Körpergefühl und seine Emotionen, sondern ihre. Sie kann sie identifizieren und vorwegnehmen. Sie wird ein menschlicher Gefühlsdetektor.
Ihr Gehirn findet einen Treffer. Der Treffer sagt: Verschrecktheit, Angst, kontrollierte Panik. Als Nick zu sprechen anfängt, verfolgt ihr Gehirn genau, ob Tonfall und Inhalt zusammenpassen. Die Stimme ist zu aufgebracht für seine Unschuldsversicherungen. Die Augen sind zu unruhig. Nichts passt zusammen. Er lügt. Sie versucht, nicht zu weinen, vergeblich. Nick sieht sie verwirrt an. Er kann ihr nicht folgen.
Später erzählt er der Psychiaterin in der Eheberatung, er habe ein Verhältnis mit einer Mitarbeiterin, aber noch nie mit ihr geschlafen. «Sarah wusste es mit jeder Zelle ihres Körpers», sagt Louann Brizendine, «aber da er sexuell nicht fremdgegangen war, fühlte er sich nicht schuldig. Als er begriff, dass Sarah seine Gefühle vollkommen erfasst hatte, dachte er einmal mehr, er sei mit einer Hellseherin verheiratet. Dabei tat sie nur, worin das weibliche Gehirn Experte ist: Gesichter lesen, Töne deuten und emotionale Nuancen einordnen.»
Brizendines Folgerung, dass Frauengehirne Hochleistungsmaschinen sind, wenn es darum geht, anderer Leute Gefühle und nonverbale Signale zu erkennen, während Männer erst aufschrecken, wenn Tränen fliessen, ist nicht neu. Zumindest ist es keiner Frau neu. Genauso wenig wie die Erfahrung, dass der Mann ein Blindfisch ist, wenn es um emotionale Wahrnehmung geht. Möglicherweise weinen Frauen deshalb durchschnittlich viermal häufiger als Männer. Dann guckt er wenigstens.
Warum die Wissenschaft bis vor wenigen Jahren keine Antwort auf die Frage wusste, weshalb die eine Hälfte der Menschheit auf Emotionen wie ein Löschblatt und die andere wie ein Wachstuch reagiert, ist einfach zu erklären: Die Erforschung des weiblichen Gehirns fand praktisch nicht statt. «Bis fast in die neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts gingen die meisten Wissenschaftler davon aus, dass Frauen im Wesentlichen kleinere Männer mit einem Reproduktionsapparat sind», sagt Louann Brizendine. «Also wurden nur Männer untersucht, denn das gibt saubere Daten. Das lag weniger daran, dass die meisten Wissenschaftler Männer waren, als daran, dass man nichts haben wollte, was die Eindeutigkeit der Daten gefährdete. Bei den Frauen bringt der Menstruationszyklus alles durcheinander. Also gab es jahrzehntelang nur Studien, in denen weder Frauen noch weibliche Tiere berücksichtigt wurden, weil bei ihnen der Hormonhaushalt jede Woche des Monats anders aussehen lässt.»
Das ist nicht, was man hören will
In den wenigen vergleichenden Studien über das männliche und das weibliche Gehirn, die Brizendine während und nach ihrer Ausbildung in Berkeley, Yale und Harvard fand, schienen ihr die Unterschiede einschneidend. Aber niemand konnte ihre Fragen beantworten. Fragen wie: Warum gab es doppelt so viele depressive Frauen wie Männer? Brizendine selbst, überzeugte Feministin, gab dem westlichen Patriarchat die Schuld, das Mädchen unterdrückte. Es waren die siebziger Jahre. Das Patriarchat war an allem schuld.
An eine möglicherweise unterschiedliche Chemie der Gehirne von Männern und Frauen dachte die Psychiaterin erstmals, als sie las, dass die Zahlen depressiver Kinder unter zwölf Jahren für Buben und Mädchen ziemlich gleich waren. Mit zwölf beginnen die meisten Mädchen zu menstruieren. Gleichzeitig steigen die Zahlen depressiver Patientinnen eklatant. Brizendine begann, die Hormonspiegel ihrer Psychiatrie-Patientinnen zu untersuchen. 1994 eröff- nete sie in der Psychiatrischen Abteilung der University of California in San Francisco die Women’s Mood and Hormone Clinic. «Wir fanden heraus, dass das weibliche Gehirn so tiefgreifend von Hormonen geprägt wird, dass man behaupten kann, dass ihr Einfluss die Wirklichkeit der Frauen von Geburt auf prägt.»
Das ist nicht, was man hören will. Das Wort Hormonzicke macht keine Freude. Kein Mann schaut besonders verständnisvoll, wenn man «sorry, PMS» sagt als Entschuldigung für einen absurden Krach, den man losgetreten hat. Wie sollte er? Frauen kennen den monatlichen Tsunami in ihrem Gefühlshaushalt. Aber besonders wohlwollend stehen die meisten dem Zyklus nicht gegenüber, der sie euphorisch und zehn Tage später niedergeschlagen oder aufsässig machen kann. Und der letzte Teil der hormonellen Achterbahnfahrt, die Menopause, ist für so viel Stammtischwitze gut, dass kaum eine Frau über vierzig das Wort gelassen ausspricht.
Im Mutterleib geht’s los
Als Louann Brizendine im letzten Monat das Buch «The Female Brain» vorlegte, in dem sie nicht nur ihre eigenen Daten, sondern auch internationale Studien über den Einfluss von Hormonen und Genen auf das Gehirn von Frauen zwischen Geburt und Postmenopause verarbeitet hat, wusste sie, dass sie vermintes Gelände betrat. Wenn Geschlechterunterschiede an Biologie festgemacht werden, sind vor allem Frauen mit dem Verdacht schnell bei der Hand, hier würde mit neuen wissenschaftlichen Behauptungen die alte Diskriminierung zementiert.
Die 53-jährige Neuropsychiaterin war «jahrelang hin- und hergerissen zwischen meinen politischen Überzeugungen und dem, was die Wissenschaft uns sagt. Ich wusste, dass das, was ich zu sagen habe, politisch nicht korrekt ist, denn ich glaube, dass Frauen die Welt tatsächlich anders wahrnehmen als Männer. Aber wenn Frauen von diesen Unterschieden wissen, können sie besser entscheiden, wie sie ihr Leben leben wollen.»
Es geht nicht um die alte Fehde zwischen angeboren und angelernt. Die, sagt Louann Brizendine, sei längst überholt durch die Erkenntnis, dass sowohl Veranlagung als auch Umwelt ein Kind prägen. Noch können Wissenschaftler nicht exakt erklären, in wie hohem Mass das Gehirn, mit dem wir geboren werden, durch Umwelteinflüsse veränderbar ist. Aber inzwischen gibt es sehr viel mehr und sehr viel genauere Instrumente wie Magnetresonanztomographie, deren Messungen mit Ideologie nicht zu entkräften sind. Sie beweisen, wie einschneidend nicht nur Gene, sondern auch Hormone für Körper und Gefühle sind. Gib einer Frau zu viel Testosteron, und sie denkt stets an Sex und horcht auf, wenn ein Maserati vorbeifährt. Gib einem Mann zu viel Östrogen, und er bekommt Brüste und verliert das Interesse an Boxkämpfen.
Nach Brizendines Erkenntnis entwickeln sich männliche und weibliche Gehirne bereits im Mutterleib in sehr unterschiedliche Richtungen. Acht Wochen lang haben alle Föten dasselbe weibliche Gehirn, dann setzt bei männlichen Embryos die Testosteron-Versorgung ein – mit nachhaltigen Folgen: Sie zerstört Zellen im Kommunikationszentrum des Gehirns und baut diejenigen des Aggressions- und Sexualitätszentrums aus, während der für Kommunikation und Verarbeitung zuständige Bereich bei weiblichen Embryos ungestört weiterwächst. Bei der Geburt besitzt das weibliche Gehirn durchschnittlich elf Prozent mehr jener Gehirnmasse, die der Kommunikation und der Verarbeitung von Emotionen und Erinnerungen dient, als der männliche. Brizendine vergleicht das mit einer achtspurigen Gefühlsautobahn, während das männliche Geschlecht emotional bestenfalls mit einer Landstrasse versorgt ist. Elf Prozent mehr Kommunikationszellen machen ausserdem gesprächiger: Erwachsene Frauen sagen durchschnittlich rund 20 000 Wörter pro Tag. Den Männern reichen 7000.
Grundverschieden sind sie allerdings schon lange, bevor sie das erste Wort sagen können. Brizendine hatte bei ihrer Ausbildung gelernt, dass das Verlangen des Kindes, Gesichter zu betrachten, nicht nur angeboren, sondern auch eine Voraussetzung sei für die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Aber ihr eigener Sohn war an Mobiles, Lampen und Türfallen weitaus interessierter als an ihrem Gesicht. Erst Jahre später fand sie heraus, dass das Verlangen nur bei Mädchen angeboren ist. Sie blicken bereits wenige Tage nach der Geburt unverwandt in jedes Gesicht, das sich über sie beugt.
In den ersten drei Monaten wächst das Geschick eines weiblichen Säuglings, Augenkontakt mit Menschen herzustellen, um 400 Prozent, das eines männlichen um null Prozent. Der Unterschied wird ein Leben lang eine der Hauptursachen sein, weswegen sich Frauen und Männer gründlich missverstehen. Denn aus den Reaktionen der Umwelt beziehen Mädchen ihr Selbstwertgefühl. «Man beobachte ein kleines Mädchen, das auf einen Strassenmimen zugeht», schreibt Brizendine. «Es wird all seine Mittel einsetzen, ihm einen Gesichtsausdruck zu entlocken. Kleine Mädchen können ausdruckslose Gesichter nicht ertragen, weil ein ihnen zugewandtes, ausdrucksloses Gesicht bedeutet, dass sie etwas falsch machen. Deswegen haben depressive Mütter auf Mädchen eine so tiefgreifende Wirkung.» Das Selbstbewusstsein kleiner Buben ist weit weniger vom Wohlwollen der Umwelt abhängig. Sie haben nicht nur ein deutlich unschärferes Auge für Gesichtsausdrücke und Gesten, sondern auch kein Gehör für Stimmnuancen. Während kleine Mädchen schon bei einem Hauch von Strenge in der mütterlichen Stimme zusammenzucken, sind Buben dadurch überhaupt nicht zu irritieren. Testosteron hat sie physisch für Zwischentöne unempfänglich gemacht.
Der Zweck der angeborenen weiblichen Einfühlungsgabe ist seit Millionen Jahren derselbe: Beziehungen herstellen und gesellschaftliche Harmonie bewahren. Dank ihrer verfeinerten Aufmerksamkeit erahnen Frauen nicht nur die Bedürfnisse eines Säuglings, sondern konnten auch vorwegnehmen, was ein grösserer und aggressiverer Höhlenbewohner im Sinn hatte. Konflikte zu vermeiden, war lebenswichtig – und ist es nach Brizendine im weiblichen Gehirn bis heute geblieben. Was nicht bedeutet, dass kleine Mädchen ohne Aggression sind. Aber ihre Aggression ist darauf gerichtet, ihren Mittelpunkt in einer Beziehungswelt zu sichern, nicht Beziehungen aufs Spiel zu setzen.
In der Pubertät produziert nicht nur der männliche, sondern auch der weibliche Teenager das Sexual- und Aggressionshormon Testosteron. Bei beiden Geschlechtern setzt das Hormon im Gehirn sexuelles Begehren in Gang, allerdings in sehr unterschiedlichem Mass: Im männlichen Körper ist die Testosteronmenge zehn- bis hundertmal so hoch wie im weiblichen. Ausserdem nehmen die für Sexualität zuständigen Zentren in seinem Gehirn doppelt so viel Platz ein wie in ihrem. Welche konstante Flut von sexuellen Fantasien das auslöst, können Frauen sich nicht annähernd vorstellen. Der weibliche Sexualtrieb ist nicht nur durchschnittlich zwei Drittel schwächer als der männliche, er variiert auch von Woche zu Woche, je nachdem, in welchem Stadium ihres Zyklus die Frau sich befindet.
Nach einer von Brizendine zitierten Studie denken 85 Prozent der Männer zwischen 20 und 30 alle 52 Sekunden Sex, Frauen zwischen ein- und viermal am Tag. Kein Wunder, haben Männer nur zwei Erklärungen, wenn ihre Frauen längere Zeit keine Lust auf Sex haben: Entweder sie geht fremd, oder sie liebt mich nicht mehr. Frauen vermuten dasselbe, wenn Männer aufhören, mit ihnen zu reden oder ihnen kühl zu begegnen. Ein Jahrtausendmissverständnis.
«The Female Brain», drei Wochen nach Erscheinen bereits auf der Bestsellerliste der New York Times, entfachte bei manchen Wissenschaftlerinnen genau den Zorn, den Louann Brizendine befürchtet hatte. «Bücher wie dieses sind schlecht für meinen Blutdruck. Es gibt kein Phänomen der Geschlechterunterschiede zu erklären», kommentierte Janet Hyde, Psychologieprofessorin in Madison, Wisconsin. «Wenn jemand behauptet, unsere Gehirne seien völlig verschieden, wir seien überhaupt völlig verschieden, aber wir wollen trotzdem an die Universität und gleichen Lohn für gleiche Arbeit, dann werden andere Frauen dafür einen Preis bezahlen.»
Ihre Kollegin Nancy C. Andreasen, Professorin in Iowa, protestierte, Umwelteinflüsse spielten für das menschliche Verhalten eine derart riesige Rolle, «dass die Beachtung der Biologie nahezu bedeutungslos ist. Die messbaren Unterschiede in Gehirnen werden lediglich dazu verwendet, Frauen zu unterdrücken und auszuschalten. Melissa Hines, Psychologin und Autorin («Brain Gender»), war vorsichtiger: «Was den Leuten bleiben wird, ist, dass es im Gehirn der Geschlechter Unterschiede gibt – was zutreffend ist. Aber sie werden es dazu nutzen, zu behaupten, dass all unsere Klischees von Männern und Frauen auf Biologie beruhen. Der Punkt ist, dass das Gehirn veränderbar ist. Es verändert sich die ganze Zeit.»
Buchrezensenten stiessen sich an Brizendines etwas arg populärwissenschaftlicher Sprache. In der Tat würde es auch dem Laien genügen, wenn ihm Oxytozin als entspannendes Hormon erklärt würde und nicht als «schnurrende kleine Katze». Aber es waren Randbemerkungen in Kritiken, die meist vorbehaltloses Interesse an einer Forschung äusserten, die es bis vor wenigen Jahren kaum gab. In den letzten Wochen, schrieb New York Times-Kolumnist David Brooks, habe er die Erfahrung gemacht, dass sich an jedem Tisch das Gesprächsthema ändere, sobald er «The Female Brain» erwähne, obwohl es darin um scheinbar ungeeignete Smalltalk-Themen wie Menopause gehe.
Das mag daran liegen, dass man sich als Leserin in der Beschreibung einer Wissenschaftlerin selten so exakt wiedergefunden hat. Es ist allen Männern zur Lektüre zwischendurch empfohlen, wenn sie gerade nicht an Sex denken. Und falls dies ein schlechter Moment ist, hier ein Sextipp aus Brizendines Studiensammlung: Lust kommt im weiblichen Gehirn nur auf, wenn die Füsse warm sind.
22. Februar 2007
Von rosanna um 08:56
Die Wünsche, die Männer an Frauen haben, sind übersichtlich, präzis
und fair. Eine abschliessende Ausführung in zehn Punkten.
Kennen Sie den Begriff «Cinderella-Komplex»? Er umschreibt das rätselhafte Leiden vieler Frauen, niemals zufrieden sein zu können. Die Betroffenen leben im festen Glauben, hochwohlgeboren zu sein und prinzipiell mehr verdient zu haben, als sie bekommen. Sie sind daher meist nicht sehr guter Laune, ungeachtet der Anzahl Schmuckschatullen, die einer schuldbewusst vor ihnen aufschichtet.
Einer solchen Frau könnte der vieldiskutierte Prinz zu Füssen sinken, hübsch, klug, sensibel, lustig und wild; tausend Tage und Nächte ist er ihrer Schönheit entgegengeritten, um mit ihr Königreich und Himmelbett zu teilen, und nun kniet er hier, ihren Namen süss auf den Lippen. Doch sie würde mit gezogener Augenbraue sagen: «Nett, aber das Pferd stinkt. Und die Schuhe sind zu spitz. Und überhaupt geht mir das alles zu schnell.»
Männer kennen diese Art der Wahrnehmung nicht. Ihre Wünsche an die Frau sind übersichtlich, präzis und fair. Und es sind auch immer gleich viele, nämlich exakt zehn.
1. Eine Frau muss sexy sein
Schimpfen Sie ruhig über all die aufreizend gekleideten Hühner, meine Damen, orientieren Sie sich aber bitte auch daran. Schliesslich ist «sexy» das Adjektiv zu «Sex». Sexy finden Männer alles, was nach Geschlechtsverkehr aussieht. Oder wie mein Freund Stefan gerne sagt: «Die perfekte Frau trägt kein Höschen und möglichst auch keine Hosen.»
Nun reicht es nicht, einfach nackt herumzurennen. Eine Frau muss schön sein (nach Geschlechtsverkehr aussehen). Gewiss ist dies Sache der persönlichen Empfindung, jedoch existieren einige Rahmenbedingungen: Ein sportlicher Popo beispielsweise ist obligatorisch. Nur weil gesetzlose Modehäuser für buchstäblich jeden Hintern ein Paar Jeans bereitstellen, heisst das nicht, dass jeder Hintern okay ist.
2. Eine Frau muss sich gernhaben
Viele Frauen weigern sich, sich als so hinreissend und liebenswert zu betrachten, wie sie sind. Permanent finden sie sich dick und unförmig und nennen jeden Widerspruch eine Lüge, die nur darauf abziele, sie ins Bett zu kriegen. So kann man ihnen sagen, sie sähen fantastisch aus, und bekommt dann zur Antwort:
«So ein Scheiss! Ich bin nicht mal richtig geschminkt!»
Dieselben Frauen lösen ihre Probleme grundsätzlich mit einer neuen Haarfarbe. Offenbar glauben sie, das Schicksal erkenne sie so nicht mehr und verschone sie fortan mit seinen Schlägen. Einst verriet mir ein Coiffeur, wie man darauf ein komplettes Geschäftsmodell aufbaut: «Zuerst empfiehlst du Strähnen. Und das nächste Mal eine ganze Farbe. Und dann müssen sie immer wieder kommen. Hähä!»
Eine Frau muss sich gernhaben, denn das ist der Inbegriff von Sexiness. Beschuldigen Sie nicht Ihr Haar, wenn Sie sich langweilig und fad finden, sondern erstellen Sie eine Liste mit zwanzig Dingen, die Sie an sich mögen. Lesen Sie die Liste jeden Morgen, und fragen Sie sich: Sind Sie wirklich langweilig? Sind Sie wirklich dick und unförmig? Und lügt einer wirklich, wenn er sagt, Sie seien liebenswert und hin-reissend?
3. Eine Frau muss es ernst meinen
Kein Mann schätzt es sonderlich, wenn Sie ihm Ihre Telefonnummer geben, nur weil Sie Ihr ramponiertes Ego defibrillieren wollen. Schon gar nicht, wenn Sie es damit erklären, dass Sie den Herren «eine Chance geben» möchten – und sauer werden, wenn diese auch genutzt wird. Es ist erstaunlich, wie oft gewisse Frauen mit dem klingelnden Telefon in der Hand rufen: «Ou, nein, der wieder!» Immer melde der sich, dabei wolle man gar nichts von dem! Und der checke das einfach nicht! Gefragt, weshalb der Unerwünschte in den Besitz der Nummer gekommen sei, verkünden diese Sirenen gönnerhaft, man könne doch einen möglicherweise interessanten Kandidaten nicht von vornherein abweisen.
Sehen Sie, das ist nicht nett. Natürlich reagieren wir auf Ihre Reize, das ist unsere Natur. Aber Sie können nicht Ihre Bluse bis zum BH aufknöpfen und dann empört die freudige Sichtung solcher Angelegenheiten beanstanden. Oder werfen Sie etwa den Blumen vor, dass sie sich nach der Sonne ausrichten?
4. Eine Frau muss eine Rakete sein im Bett
Es gibt eine einfache Wahrheit: Wenn ein Mann mit Ihnen zu tun haben will, begehrt er Sie. Er mag es in freundschaftliche oder sachliche Worte kleiden, aber eigentlich spricht er bereits mit Ihren Brüsten. Und, seien Sie ehrlich: Kann man mit Ihnen über den richtigen Auspuff für ein Motorrad reden?
Es ist deshalb ungemein wichtig, dass eine Frau nicht nur nach Geschlechtsverkehr aussieht, sondern diesen auch in all seinem Reichtum beherrscht. Seien Sie also die beste Geliebte der Welt, und tun Sie all die Dinge, von denen Sie glauben, nur schlimme Mädchen täten sie. Wenn Sie sich fragen, ob Sie noch eine Dame seien, haben Sie den Ton getroffen.
Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Hochglanz-Pornografie. Da finden Sie schon auf dem Titelblatt mehr Wahrheit als in einem ganzen Jahrgang Ihrer Frauenpostillen!
5. Eine Frau muss lustig sein
Wohl die häufigsten Gründe, warum Frauen lachen, sind fiese Bemerkungen über Männer. Sie finden auch nichts dabei, mit ihren Freundinnen über die intimen Worte und Bilder zu kreischen, die ihnen ein Verehrer übermittelt hat. Origineller Wortwitz oder die spöttische Selbstbetrachtung hingegen kommen in diesen Kreisen höchst selten vor. Das ist bedauerlich, denn bevor, während und nachdem wir mit Ihnen schlafen, möchten wir mit Ihnen lachen. Die schönsten Erinnerungen entstehen denn auch, wenn Liebende ihr Tun humorvoll kommentieren und somit für alle Zeiten vergolden (leider verbietet die Diskretion das Zitat).
Daniel listet die Tugenden seiner Traumfrau in einem Mail trefflich auf: «1. Sie hat geile Brüste und sieht umwerfend aus. 2. Humor! Humor! Humor!» Eine Umfrage im Freundeskreis ergibt hundert Prozent Zustimmung, wobei hundert Prozent meinten, Punkt zwei sei vernachlässigbar. Hier sind wir grosszügig: Haben Sie einen hübschen Hintern, ist Humor nicht zwingend. Umgekehrt hilft es nichts, wenn Sie witzige Sprüche machen, aber einen Hintern haben, der die Sonne verdunkelt.
6. Eine Frau muss initiativ sein
Der erste Schritt liege beim Mann, darauf bestehen die Frauen und beklagen sich darüber, dass nur Hohlköpfe ihn tun. Es stimmt: Die meisten halbwegs kultivierten Männer trauen sich nicht, eine Frau anzusprechen. Sie fürchten, schon mit dem ersten Wort alles zu vermasseln, und lassen die schönsten Frauen vorbeiziehen, um sich dann für viele, viele Jahre zu ärgern. Da sass beispielsweise vor zwei Jahren im Tram diese erotische Blondine mit der Pelzmütze, die guckte so, und ich guckte auch, und dann stieg ich aus, und sie guckte noch immer, und seither beisse ich mir stündlich in den Arm.
Sie sehen, wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen. Angenehm wäre ein orangefarbenes Drehlicht, das Sie wie einen Hut tragen und mit dem Sie Ihre Paarungsbereitschaft zweifelsfrei signalisieren. Unsere erkennen Sie ja ebenso zweifelsfrei an der Tatsache, dass wir Sie anschauen. Wir schauen, wie im vorletzten Punkt gelernt, ausschliesslich Frauen an, mit denen wir schlafen wollen. Allerdings nur, bis sie auch gucken, dann werden wir furchtbar verlegen und senken den Blick, die Wege trennen sich wieder, und viele schöne und aufregende Dinge werden niemals geschehen.
Um diese sich täglich wiederholende Tragödie zu beenden, müssen Sie die Initiative ergreifen. Wenn Ihnen ein Mann gefällt, gehen Sie auf ihn zu, legen Sie Ihre Hand auf seinen Arm und sagen Sie: «Ja, ich will auch mit dir schlafen.» Wir würden uns so freuen! Die Welt wäre ein so viel besserer Ort!
7. Eine Frau muss sagen, was sie will
Das bedingt natürlich, dass sie weiss, was sie will. «Ich verstehe die Frauen nicht!», klagte ich vor langer Zeit und frisch verstört einer Kosmetikerin. Wie ein Orakel sprach diese hinter der Dampfwand hervor: «Herr Meyer, wir verstehen uns selbst nicht.»
Frauen sind also wie Piloten, die keinen Schimmer haben, wozu all die Knöpfe da sind, sich aber weigern, das Cockpit zu räumen. Deshalb: Nehmen Sie sich Zeit, und finden Sie heraus, was Sie wollen. Gleichen Sie Ihre Wünsche mit der Realität ab und mit Ihrem Zyklus. Wenn Sie danach immer noch dasselbe wollen, sagen Sie es. Nur das direkte und ehrliche Wort zählt. Wenn Sie finden, man könne und müsse Ihre Gedanken erraten, sind Sie so glaubwürdig wie eine defekte Ampel.
8. Eine Frau muss Anstand haben
Verblüffend viele Menschen sind knallharte Egoisten. Sie nehmen kaum ihre eigenen Gefühle wahr und fremde gar nicht. Da diese Autisten daher kaum eine zwischenmenschliche Anstandsregel kennen, erlauben sie sich alles und sagen dann: «Ich wollte dich nicht verletzen!» Sagt man ihnen, dass sie sich trotz der guten Meinung über sich selbst verletzend verhalten, verschränken sie beleidigt die Arme.
Eine anständige Frau hingegen lässt sich ihr Benehmen etwas kosten. Sie behandelt andere, wie sie selbst behandelt werden möchte. Und hat sie einmal einen schlechten Tag, nörgelt sie nicht an ihrem Partner herum, sondern geht spazieren, um die Freundschaft zu sich selbst zu belüften.
Zudem erscheint sie immer pünktlich und ruft an, wenn sie es einmal nicht schafft, statt eine SMS zu schreiben; sie schnäuzt leise und zieht in der Öffentlichkeit nicht die Schuhe aus; sie ist im Restaurant zur Bedienung ebenso nett wie zum Gegenüber und hält die Gabel richtig. Sie beschwert sich nicht, wenn man ihr in den Mantel hilft oder sie mit ähnlichen Gesten ehrt. Und wird sie etwas gefragt, gibt sie eine anständige Antwort, auch wenn sie die Frage für ärgerlich oder überflüssig hält.
9. Eine Frau muss eine Rakete sein im Bett
Man darf es ruhig noch einmal sagen.
10. Eine Frau muss zufrieden sein können
Kennen Sie den Begriff «Cinderella-Komplex»? Er umschreibt das Leiden vieler Frauen, nie zufrieden sein zu können. Der letzte und zuweilen grösste Wunsch an die Frau ist dessen Reflexion und Bewältigung – oder wenigstens, dass sie ihn für sich behalten.
Disclaimer: Es ist kaum zu erwarten, dass eine Frau mit diesen Eigenschaften
die Frau ist, in die man sich am heftigsten verliebt. Eher passiert es bei jenen,
die einen dazu bewegen, im Nachhinein solche Listen zu verfassen.
20. Februar 2007
Von rosanna um 21:47
Wir Frauen sind Heldinnen und zugleich Opfer der neuen
Lebensformen. Wir verdrängen gern, dass wir biologisch
gesehen eine andere Rolle als Männer haben.
Durch unsere von der Natur angelegte Unterschiedlichkeit
der Geschlechter funktionieren wir anders, fühlen anders,
lieben anders und reagieren anders als Männer. Was aber
tun wir, weil wir ja so emanzipiert und fortschrittlich sind?
Wir orientieren uns stattdessen an der männlichen Rolle.
Unsere emotionalen weichen Eigenschaften, die unsere
Gesellschaft so dringend für einen gesunden, harmoni-
schen Ausgleich benötigt, drängen wir in den Hintergrund.
Liebe und Zuwendung bleiben zunehmend auf der Strecke.
Wir rüsten uns hoch mit männlichen Verhaltensformen,
werden streitsüchtig, aggressiv, unerbittlich im Überlebens-
kampf.
19. Februar 2007
Von rosanna um 23:13
Hab Vertrauen! Nichts in der Welt geschieht ohne Grund und
ohne Sinn. Es gehört viel Vertrauen dazu, alles zu nehmen,
wie es kommt, gegebenenfalls nach dem Sinn für uns selbst
zu hinterfragen und dann unbeirrt unseren Weg weiterzugehen.
Ein Gedanke an Hermann Hesses Siddhartha, der von sich selbst
sagte, er könne denken, warten und fasten, und daher sei er sich
sicher, dass sich ihm im Leben immer eine Türe auftun würde,
wenn er sie brauche. Er vergleicht sich dabei mit einem Stein, der
ins Wasser geworfen wird und auf schnellstem Wege zum Grunde
des Wassers eilt. So mache auch er es: Er denkt, wartet, fastet und
geht durch die Welt hindurch wie der Stein durchs Wasser, er lässt
sich einfach treiben, und dennoch erlangt er sein Ziel. Toren hielten
dies für Dämonenzauber, meint Siddhartha, aber es gibt keine
Dämonen: "Jeder kann zaubern, jeder kann seine Ziele
erreichen, wenn er denken kann, wenn er warten kann, wenn
er fasten kann."
18. Februar 2007
Von rosanna um 20:30
Man sollte keine Angst vor Neuerungen und
Veränderungen haben! Sie sind notwendig
für unsere Entwicklung. Sie erweitern unser
Weltbild. Also sollte man sie nicht abblocken,
auch wenn sie erst mal unbequem sind.
Schliesslich beinhalten sie immer einen Lern-
und manchmal auch Umdenkprozess. Aber
wer will schon von sich sagen müssen:
"Dumm geboren und nichts dazugelernt?“
Eben. Also, das Andere und das Neue
heranlassen und damit Leben lernen.
Und wenn man meint, man kommt niemals
damit klar, dann sollte man immer dran
denken: Wenn es sein muss, kann man alles.
16. Februar 2007
Von rosanna um 19:39
Erkenne, was du alles nicht brauchst, um glücklich zu sein!
"Alles rennt nur nach dem Glück, das Glück rennt hinterher"
meint eine alte Spruchweisheit.
Muss ich dem noch viel hinzufügen? Höchstens, dass ich
am eigenen Leibe die beglückende Erfahrung gemacht habe,
wie viel Zeit einem bleibt und wie viel freier man sich fühlt,
wenn eben nicht all dem hinterher rennt, was man nach
Meinung der Medien und der Mitmenschen haben oder
sein muss......
15. Februar 2007
Von rosanna um 22:59
Bewegung führt nicht nur zur Beweglichkeit, sondern im Idealfall
zu einem optimalen Zustand, den man als Flow bezeichnet. Dieser
wird in etwa so beschrieben. Man fühlt sich vollkommen eins mit
seinem Tun. Immer mehr Menschen suchen die unwirtlichsten
Plätze unseres Planeten auf, sie springen – nur an Gummibändern
hängend – von Brücken, stürzen sich in bodenlose Gletscherspalten,
irren in unterirdischen Tunnellabyrinthen umher, nur um sich selbst
zu finden. Sie agieren aussen, um die trennenden Barrieren innen
zu überwinden.
Seit einiger Zeit weisen Psychologie und Neurophysiologie vehement
darauf hin, dass dieser mentale Zustand des Flow, ein weicher und
fliessender Geist, auch unseren Alltag berührt, dass er identisch ist
mit dem Erleben von Glück.
Die Bedeutung derartiger Erfahrungen zeigt der Neurophysiologe
und Erkenntnistheoretiker Maturana, wenn er in »Berge versetzen.
Das Credo eines Grenzgängers« schreibt: »Der Mensch ist fähig
zu erkennen, diese Fähigkeit setzt jedoch seine biologische Integrität
voraus«. Und der sich selbst als Grenzgänger bezeichnende Reinhold
Messner schreibt: »Ich habe nie so weit und so klar denken können
wie beim Marsch durch die Antarktis. Viel weiter als in der Stadt,
wo meine Gedankenwelt von Häusern umstellt ist, von Regeln,
Paragraphen, Konventionen. Das Gehen, das Leben in der Eiswildnis
entspricht der Meditation. Es macht leer. Die Gedanken werden klar.
Plötzlich strömen mir von aussen Energien zu, Ideen, Kraft. Ich
betrachte mich aus Distanz. Und Distanz zu sich selbst ist
Grundvoraussetzung für starke Entscheidungen.«
14. Februar 2007
Von rosanna um 18:40
"Glück lässt sich nur beschreiben, als ein besonderer
Zustand des menschlichen Bewusstseins"
Zurück zu unserem Thema, die Suche nach Glück und Sinn.
Wenn man nach etwas sucht, so sollte man eigentlich wis-
sen, was das ist, nach dem man sucht. Glück lässt sich
jedoch wissenschaftlich nicht definieren. Es ist ein Letztes,
nicht weiter Erklärbares. Glück lässt sich nur beschreiben,
als ein besonderer Zustand des menschlichen Bewusstseins.
Glück gehört in die Kategorie des Seins. Es ist also nicht
etwas, das man haben kann. Was man auf der Suche nach
Glück sucht, ist in Wirklichkeit nicht das Glück selbst, sondern
man sucht das, von dem man glaubt oder hofft, dass es uns
glücklich mache. Die Suche nach Glück ist in Tat und Wahrheit
eine Suche nach einer Ursache von Glück. Was die Ursache
von Glück sein könnte, darüber ist seit der Antike diskutiert
worden. Augustinus erwähnt 288 Lehrmeinungen, die bereits
von einem römischen Enzyklopädisten aufgezeichnet worden
sind. Von den Ansichten darüber, was uns glücklich macht,
möchte ich aus neuerer Zeit nur eine herausgreifen. Jene
eines Philosophen, der zwar selber nicht glücklich war, der
aber sehr tief über das Wesen der menschlichen Existenz
und das Glück nachgedacht hat, jene von Friedrich Nietzsche.
Er schrieb: "das Glück des Menschen beruht darauf, dass es
für ihn eine undiskutierbare Wahrheit gibt."
Früher, in vielleicht glücklicheren Zeiten, galten die Dogmen
der Kirche als undiskutierbare Wahrheiten. Heute sind es die
Ergebnisse der Naturwissenschaft, die als undiskutierbare
Wahrheiten gelten und die das alte religiöse Weltbild
unglaubwürdig gemacht haben. Die naturwissenschaftlichen
Erkenntnisse erwiesen ihre Wahrheit dadurch, dass sie sich
praktisch verwenden liessen. Das naturwissenschaftliche
rationale Weltbild ist zum Mythos unserer Zeit geworden.
Dieses Weltbild ist zwar undiskutierbar wahr, aber es
beinhaltet nur die eine Hälfte der Wirklichkeit, nur ihren
materiellen, messbaren, objektivierbaren Teil.
Alle physikalisch und chemisch nicht fassbaren Teile
des Daseins, zu denen die wesentlichen Merkmale des
Lebendigen gehören fehlen. Liebe, Freude, Schönheit,
Schöpfergeist, Ethik, Moral, sind weder wäg- noch
messbar.
13. Februar 2007
Von rosanna um 19:19
Was bedeutet Zufriedenheit? Hier ein Auszug aus Wikipedia:
Zufriedenheit ist ein emotionaler Zustand des Menschen,
in dem seine Bedürfnisse von ihm als befriedigt angesehen
werden. Das Bedeutungswörterbuch des Duden definiert
ebenso trefflich wie kurz und bündig: zufrieden a) innerlich
ausgeglichen und nichts anderes verlangend als man hat;
b) mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen o.ä.
einverstanden, nichts auszusetzen habend. „Zufriedenheit“
als Vorsatz wird auch mit Genügsamkeit bezeichnet (…)