welcome

Mit den Kindern muss man zart und freundlich verkehren.
Das Familienleben ist das beste Band. Kinder sind unsere
besten Richter.

(Otto von Bismarck)

the no in the love

Auf die anfängliche Verliebtheit taucht vielfach das Bedürfnis auf,
sich abzugrenzen und sich zurück zu besinnen auf das eigene ich.
Nur das Nein in der Liebe, ermöglicht das Ja zum Partner. Dadurch
wird der Wunsch nach Freiraum beim anderen geschätzt. Dahinter
stecken die eigenen Projektionen. Ungeliebte meinen von aller Welt
verlassen zu sein. Dass sie sich selbst verlassen, erkennen sie nicht.
Sobald sie aber begreifen, dass der ausschlaggebende Punkt nicht
im Verlassenwerden durch andere, sondern in der Selbstverlassenheit
ist und in der Absonderung vom eigenen Wesen. Erst dann fangen
sie an, den Blickwinkel zu ändern. In starken und direkten berührenden
Erfahrungen, lernt man wiederholt – nicht nur in Grenzsituationen,
sondern auch im Alltag - die Zugehörigkeit zur Welt und die Stimmigkeit
unserer Biografie zu erleben. Wir spüren, was uns trägt, was das
Leben umfasst und was uns neue Lebensenergie schenkt. Aus diesen
Herausforderungen eines Lebens können - Geburt, Berufung, Liebe,
Gott, Tod - geheimnisvolle Bestimmungen geschafft werden.

interrogator

Ich sehe, wie wichtig es ist, die Angst, das Leiden, den Zorn und
die ganze Seelenqual des Menschen zu beenden. Ich sehe, dass
man das Fundament des Wohlverhaltens legen muss, das man
gewöhnlich als Anständigkeit bezeichnet, und dass darin kein Platz
ist für Hass oder Neid auch nicht die Grausamkeit, in der die Mensch-
heit lebt. Ich sehe auch, dass es Freiheit geben muss – nicht von
etwas Bestimmtem, sondern Freiheit an sich – und dass man nicht
immer im Gefängnis seiner eigenen Ansprüche und Wünsche leben
darf. Das alles sehe ich ganz klar, und versuche – wenn sie auch
das Wort versuchen nicht mögen -, im Licht dieses Verständnisses
zu leben. Ich habe mich einer eingehenden Selbstprüfung unterzogen.
Ich bin nicht an die Dinge dieser Welt gebunden, auch an keine Religion.
Nun möchte ich fragen, angenommen, man ist – nicht nur äusserlich,
sondern auch innerlich – frei von all dem Elend und der Verwirrung
des Lebens, was ist dann hinter der Wand? Wenn ich sage „die Wand“,
meine ich Angst, Leid und den ständigen Zwang des Denkens.

Krishnamurti

Auch ich habe mich oft gefragt, warum alles so langweilig,
abgedroschen und sinnlos wird – Sex, Liebe und die
Schönheit eines Morgens. Der Künstler will etwas Neues
ausdrücken, aber es ist doch immer wieder derselbe alte
Körper und Geist, der durch seine Gemälde hindurchscheint.

Dies ist einer der gewöhnlichen Faktoren in der Beziehung
zwischen Alt und Jung – die langsame Vergiftung durch
Zeit und Leid, durch Ängste und die Bitterkeit des Selbstmit-
leids. Was lässt den Geist abstumpfen? Der Geist, der so
ausserordentlich fähig ist, Neues zu erfinden, auf den Mond
zu fliegen, Computer zu bauen – so viele Dinge, die wirklich
ausserordentlich sind, die an Zauberei grenzen? Natürlich,
es ist der kollektive Geist, der den Computer entwickelt oder
eine Sonate komponiert hat. Das Kollektive bekämpft das
Individuum, aber was beide gemeinsam haben, ist das Denken.
Und das Denken ist es, das den Geist abstumpft, ob nun das
Denken im Interesse des Einen oder der Vielen arbeitet, zur
eigenen Weiterbildung oder für den sozialen Umbruch. Das
Denken ist immer auf der Suche nach Sicherheit – der Sicherheit
im Heim, in der Familie, im Glauben oder der Sicherheit, die alles
verwirft. Denken ist Sicherheit, und die Sicherheit liegt nicht nur
in der Vergangenheit, von der aus die zukünftige Sicherheit auf-
gebaut wird, sondern das Denken ist auch die Sicherheit, die es
jenseits der Zeit herzustellen versucht.

cramped nobody

Es ist einer der schönsten Texte, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Ich musste nun fast vierunddreissig Jahre alt werden, um überhaupt spüren und sagen zu können, wann ich in einer Umwandlungsphase bin, und wann ich es nicht recht schaffe. Der Schlüssel zur Umsetzung liegt in der Weich- und Beweglichkeit des Herzens, der Freude (sowohl der eigenen als auch die der anderen) und manchmal auch der Traurigkeit (nicht Schwermut oder Melancholie.) Es ist eine spannende Sache, die für mich absolut innerkörperlich spürbar ist: Ich laste weniger um, schwanke weniger, löse Widerstände auf, bewege mich leichter. Mit anderen Worten, Gewicht wird zu Bewegung. Dann komme ich ab und zu sogar in Zonen, wo ich frei lenken kann und weit tiefer gehe als das Empfinden und Reflektieren der eigenen Gefühle, denn sonst drohe ich in Sentimentalität oder narzisstischen Schlingen mich festzubinden.
Permanente unzögerliche Entscheidungsbereitschaft ist Freiheit. Da steckt aber etwas ganz anderes drin, als wenn man sagt, man muss sich entscheiden können! Ich habe bis heute noch keinen Menschen getroffen, der vollkommen frei ist. Doch manche sind näher dran als andere. Mit der Zeit beginne ich dieses Bewegungsniveau in mir zu spüren und zu verstehen. Sowohl bei mir, wie auch bei anderen Menschen. Dies kann ich manchmal schon von weitem erkennen. Erst vor kurzem wurde ich mir bewusst, dass ich lange Zeit sehr unfrei mich bewegt habe und nun ich mich relativ weit lösen kann. Andere bleiben ungefähr immer im selben Modus mit nur Kleinen auf und ab stehen. Das Mutmachende an dieser Erkenntnis ist, dass die Freiheit n i c h t abhängig ist, von den Verkrampfungsgewohnheiten, sondern plötzlich eintreten kann. Das verstehen viele nicht, weil sie 'krankes' zu sehr festschreiben. Auch das Bild, das wir von anderen haben, ist fixiert; damit spricht man dem anderen, spontane Wandlungsfähigkeiten ab und möchte ihn so in seinem bis dato bekanntem Charakter und seinem bis dato vorhandenen Problemen anbinden.
In diesem Zusammenhang sehe ich mich in der Vergangenheit, als eine verkrampfte Frau, die missförmige Konturen in der Seele getragen hat. Ich konnte mich plötzlich lösen und nun bewege ich mich freudig, spontan und frei (und gefährlich wenn’s sein muss.) Umgekehrt sehe ich Menschen, die Gesundheit und Stärke nur so ausstrahlen, die locker, gerade und muskulös aussehen, jedoch diese sich aber nicht weiter lösen können und dann vor einem scheinbar permanent verkrampften Schwächling wie mich, die sich lösen konnte, die Flucht ergreifen.

routine and security

Das Leben zu leben bleibt immer jedem
einzelnen überlassen. Dem modernen
Menschen, der auf Wissenschaft,
Technik und Politik vertraut, versagt
jedoch an dieser Routine, denn es kann
Sicherheit bedeuten. Anstatt darüber zu
klagen, geht es um die konkrete Frage
zu einer neuen Lebenskunst zu stellen.
Dazu kann die Weltanschauung einen
ausschlaggebenden Beitrag leisten.
Die entscheidende Frage: "Was soll ich tun?"
hat in diesem Moment keinen moralischen,
sondern einen existentiellen Sinn. Es ist
eine Kunst, die eigene Existenz aus dem
abstrakten Leben, zum eigenen Leben
werden zu lassen. Dazu kann das Nach-
denken über den Umgang mit den Ge-
wohnheiten und Lüsten ausschlaggebend
sein. Zum Beispiel die Qual mit der Zeit und
dem Tod, sind Künste über die Ironie, des
"Negativdenkens", der Gelassenheit –
es ist ein Lebensstil, der auf die entscheidende
Herausforderung der Zeit die Antwort gibt.

Life transformation

Wie soll der Mensch richtig leben,
wenn er im Voraus denkt, dass
sein Leben zu kurz ist?
Diese wichtige Frage der Dauer
des Lebens kann niemand beant-
worten. Es sind Grundsätze und
Einsichten, die keine Gültigkeit im
Leben verloren haben.
Wenn wir die Funktion der Zeit ka-
pieren, dann kann uns ein Wesen
lehren, den wichtigsten Schritt zu
einer gelingenden Lebenswandlung
zu machen.

validity

Wer kennt diese Worte nicht: "Sei lieb"," sei nett",
"widersprich dich nicht?“ Nun ist die Zeit angerückt,
um über ihrer Gültigkeit sich Gedanken zu machen.
Mehrmals blockiert man sich selbst, in dem wir auf
andere hören. Unsere Wünsche nicht anerkennen
und uns gar nichts zutrauen. Dabei liegt es nur in
jedem seiner Hand, wie er sein Leben einrichtet.

fear and alive

Ängste können wie ein geneigtes
Alarmsystem wirken. Es gibt auch
die Angst vor der Angst, die einem
einsperrt, wie in einem Gefängnis.
Sie verhindert das Leben in Fülle.

Von solcher Angst frei zu werden
ist schwierig. Meine Erfahrung hat
mir gezeigt, dass es Wege gibt, mit
der Angst umzugehen und mein
Herz aus der Enge zu befreien.

Angst kann zum Freund werden,
sofern man mit ihr Frieden schliesst.
Dann ist die Angst die beste Beglei-
terin, mit der ich mich auf den Weg
zu meiner Lebendigkeit machen kann.

The phenomenon peace

Der Weg zu effektiver Versöhnung und
zum Frieden beginnt bei einem selbst.
Was bedeutet es für jeden Menschen
im täglichen Leben? Versöhnung be-
ginnt mit der liebenswürdigen Zuwendung
auf das, was in mir geschieht. Erst einmal
die Einfühlung in das eigene Gefühl und
dann, die des anderen, dieses Phänomen
lässt sich üben.
Versöhnung und Frieden sind möglich - überall.
Die Lösung dafür ist den ersten Schritt dazu zu tun,
weil die Kraft auch jeder Einzelne in sich trägt.
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